Die Tarifauseinandersetzung bei Airbus in Spanien geht in eine neue Runde. Nach 22 Streiktagen im Juli haben die Beschäftigten das jüngste Lohnangebot samt Vermittlungsvorschlag abgelehnt und die Arbeitsniederlegungen am Dienstag wieder aufgenommen. Laut Reuters folgten rund 90 Prozent der berechtigten Mitarbeiter dem Aufruf zum Streik.
Der Konflikt zieht sich damit über den Sommer hin, ohne dass sich eine Einigung abzeichnet. Bereits vor der jüngsten Eskalation hatte Airbus versucht, die Wogen zu glätten: Vergangene Woche ruderte der Konzern bei seiner Präsenzpflicht für Angestellte im Büro zurück.
Führungskräfte dürfen bestehende Regelungen mit rund zwei Homeoffice-Tagen pro Woche weiter beibehalten. Reuters berichtete zudem, dass die Produktion in Spanien von den Protesten bislang nicht beeinträchtigt worden sei – ein wichtiges Signal für Anleger, die vor allem die Lieferfähigkeit des Konzerns im Blick haben.
Kapazitätsausbau läuft parallel weiter
Während in Spanien gestreikt wird, treibt Airbus anderswo den Ausbau der Produktionskapazitäten voran. In Belfast begannen vor rund einer Woche die Bauarbeiten an einer gut 6.200 Quadratmeter großen Erweiterung der Flügelfertigung, Teil eines mehrere Millionen Pfund schweren Investitionsprogramms zur Hochlaufunterstützung des A220-Programms.
Die Fertigstellung ist für die erste Jahreshälfte 2028 geplant. Das zeigt: Der Konzern hält an seinen langfristigen Wachstumsplänen fest, auch wenn kurzfristig Störfeuer aus Spanien kommt.
Auch beim Frachterprogramm A350F gibt es Bewegung. Reuters meldete, der Erstflug sei vorläufig für Ende September terminiert, nachdem es zuvor zu Verzögerungen gekommen war. An der geplanten ersten Auslieferung in der zweiten Jahreshälfte 2027 halte Airbus demnach fest.
Nachfrageseite bleibt robust
Die Streikthematik trifft auf ein Umfeld, in dem die Nachfrage nach Airbus-Flugzeugen intakt bleibt. United Airlines erklärte am Dienstag, für die kommende Sommersaison mit ausreichend Lieferungen des Schmalrumpfjets A321XLR zu rechnen, um die geplante Europa-Expansion zu stützen.
Auf der anderen Seite kündigte Qantas an, ihre zehn A380-Großraumjets bereits ab Mitte 2028 auszumustern – früher als ursprünglich vorgesehen. Beide Meldungen betreffen nicht Airbus selbst, zeichnen aber das Bild eines Konzerns, dessen Modellpalette weiterhin stark gefragt ist, während ältere Flugzeugtypen bei Kunden aus der Flotte genommen werden.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich die Aktie am Donnerstag mit einem Rückgang von 1,6 Prozent belastet, nachdem sie am Vortag noch bei 206,85 Euro geschlossen hatte. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 4,2 Prozent. Ein Ende des Tarifkonflikts ist derzeit nicht in Sicht – für Anleger bleibt entscheidend, ob sich die Streiks doch noch auf die Auslieferungen auswirken, auch wenn der Konzern das bislang verneint.
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