Der europäische Flugzeugbauer Airbus gewinnt trotz technischer Hürden und anhaltender Tarifkonflikte an Tempo. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres lieferte das Unternehmen 475 Verkehrsflugzeuge aus, was einer Steigerung von neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Allein im August verließen 57 Maschinen die Werkshallen. Laut Reuters hält der Konzern damit weitgehend an seinem Jahresziel von insgesamt 870 Auslieferungen für 2026 fest.
Technische Probleme am A330 gelöst
Parallel zum Auslieferungsschub gelang es dem Konzern, ein spezifisches technisches Problem beim Modell A330 auszuräumen. Über den Sommer hatte ein isoliertes Qualitätsproblem am Höhenleitwerk die monatlichen Auslieferungen gebremst. Nach Unternehmensangaben wurde die Ursache identifiziert und die Auslieferungen des Langstreckenjets wieder aufgenommen. Im August konnte bereits wieder eine Maschine dieses Typs an Kunden übergeben werden.
An der Börse werden diese Signale am heutigen Freitag positiv aufgenommen. Die Airbus-Aktie notiert aktuell bei 199,04 Euro, was einem Zuwachs von 2,1 Prozent entspricht. Trotz dieser Erholung liegt der Kurs weiterhin 10 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das Mitte Januar markiert wurde. Das Vertrauen der Anleger stützt sich dabei auch auf das weiterhin robuste Auftragsbuch und die Bestätigung der operativen Ziele.
Spannungen in den spanischen Werken bleiben bestehen
In Spanien bleibt die Lage hingegen komplex. Zwar konnte am Freitag vergangener Woche eine vorläufige Einigung mit einer Gruppe von Gewerkschaften, darunter CCOO, SIPA, ATP-SAE und UGT, erzielt werden, doch eine endgültige Entspannung ist noch nicht eingetreten.
Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche stimmte die Belegschaft mit einer hauchdünnen Mehrheit dafür, den seit dem 25. August laufenden unbefristeten Streik fortzusetzen. Zuvor waren Verhandlungen mit weiteren Arbeitnehmervertretungen wie der CGT und UTIL gescheitert, da diese die Bedingung, den Ausstand während der Gespräche auszusetzen, abgelehnt hatten.
Auf der Vertriebsseite verzeichnet Airbus unterdessen weitere Erfolge. Riyadh Air hat eine Bestellung über sechs zusätzliche Flugzeuge des Typs A350-1000 festgeschrieben. Zudem orderte Shohin Airlines vier Maschinen aus der A320neo-Familie, und BermudAir konnte als Neukunde für die A220 gewonnen werden.
Um das langfristige Wachstum in der Region Asien-Pazifik zu unterstützen, kündigte das Unternehmen zudem die Inbetriebnahme eines neuen Flugsimulators für das Modell A220 in Singapur an, der im vierten Quartal 2027 betriebsbereit sein soll.
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