Airbus hat im Juli mehr als 200 neue Nettobestellungen verbucht und damit die Marke von 1.000 Nettoaufträgen für das laufende Jahr überschritten. Der Flugzeughersteller profitiert von einer breiten Nachfrage aus Leasinggesellschaften und Fluglinien in Asien und dem Nahen Osten.
Großaufträge aus Asien treiben die Bilanz
Den größten Anteil an den Julibestellungen hatte die A321neo mit 104 Bestellungen. Allein 65 davon gingen an die Leasinggesellschaft SMBC Aviation Capital, weitere 20 an die saudische flynas und 13 an Hainan Airlines.
Bei der A330-900 kamen 30 Bestellungen zusammen, wovon 25 auf China Eastern Airlines entfielen und fünf erneut auf flynas. Die Verteilung zeigt, wie stark Airbus derzeit von Leasinggesellschaften als Käufer profitiert – ein Signal für die langfristige Nachfrage nach Mittel- und Langstreckenkapazität.
Parallel zur Auftragslage kommt Airbus auch bei den Auslieferungen zügig voran. Im Juli wurden 67 Flugzeuge an 39 Kunden übergeben, wodurch die Zahl der ausgelieferten Maschinen seit Jahresbeginn auf 418 stieg. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 373. Der Konzern bewegt sich damit weiterhin auf Kurs zu seinem Jahresziel von rund 870 Auslieferungen.
Konkreter Blick nach vorn: Bangladesch und Farnborough
Für Ende August wird ein weiterer Auftrag erwartet: Medienberichten zufolge soll Biman Bangladesh Airlines am 31. August ein Abkommen über den Kauf von zehn Flugzeugen unterzeichnen, deren Auslieferung ab 2031 beginnen soll. Ein solcher Deal würde das Auftragsbuch weiter stärken, auch wenn die Umsetzung noch Jahre entfernt liegt.
Technologisch hat Airbus zudem eine dreijährige Flugtestkampagne angekündigt. Ein A321neo-Demonstrator soll dabei vollmaßstäbliche Flügelverlängerungen im Rahmen des „Wing of Tomorrow“-Programms erproben, das auf besonders schlanke, langgestreckte Tragflächen setzt. Vorgestellt wurde das Vorhaben auf der Farnborough-Luftfahrtmesse.
Kurs nähert sich altem Hoch
Die starke operative Entwicklung spiegelt sich im Aktienkurs wider. Airbus notiert aktuell bei 215,55 Euro und damit rund 1,3 Prozent höher als am Vortag. Der Titel nähert sich damit wieder dem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro vom 13. Januar, von dem er nur noch 2,6 Prozent entfernt ist.
Zugleich liegt der Kurs rund 13 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 190,45 Euro – ein Hinweis auf den anhaltenden Aufwärtstrend der vergangenen Wochen.
Für die kommenden Monate bleibt die Auftragslage der entscheidende Faktor für Anleger. Mit über 1.000 Nettoaufträgen allein im laufenden Jahr hat Airbus bereits jetzt eine solide Basis für die Produktionsplanung der nächsten Jahre geschaffen. Die nächsten konkreten Zahlen zur Geschäftsentwicklung liefert der Konzern mit den Quartalsergebnissen zum dritten Quartal, die für den 28. Oktober angesetzt sind.
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