Wer in einer Airbnb-Unterkunft übernachtet, kennt die Zettel mit den Abreise-Pflichten: Geschirr spülen, Betten abziehen, Wäsche in die Maschine. Damit ist ab dem 20. November Schluss. Die Plattform schränkt ein, was Vermieter von ihren Gästen zum Check-out verlangen dürfen.
Nur noch „zumutbare“ Aufgaben
Die neue Richtlinie für Hausregeln lässt ausschließlich Aufgaben zu, die als zumutbar gelten. Gäste dürfen weiterhin gebeten werden, schmutziges Geschirr ins Spülbecken zu stellen und benutzte Handtücher zusammenzulegen. Abwaschen und Bettenabziehen fallen dagegen weg. Auch den Müll außerhalb der Unterkunft zu entsorgen, können Gastgeber nicht mehr einfordern.
Die Begründung liegt im Preismodell. Gäste zahlen in der Regel eine Reinigungsgebühr. Airbnb will verhindern, dass ihnen darüber hinaus Arbeiten abverlangt werden, um die sich eigentlich eine Reinigungskraft kümmern sollte.
Ausnahmen bleiben möglich. In Gegenden mit Bärenbestand kann es zumutbar sein, Gäste um die Entsorgung des Mülls in einem tiersicheren Behälter zu bitten.
Gastgeber murren
Die Regeln gehen noch weiter. Vermieter dürfen die Nutzung einer in der Beschreibung aufgeführten Ausstattung, etwa einer Klimaanlage, nicht mehr untersagen. Wer damit wirbt, muss sie auch zur Verfügung stellen.
Unter den Gastgebern stößt der Kurs auf Kritik. In Kommentaren auf der Airbnb-Website beklagten viele die neuen Einschränkungen. Die Plattform muss damit einen Balanceakt meistern: Sie will Gäste entlasten, ohne die Anbieter zu verprellen, auf deren Inventar das Geschäft beruht.
Aktie im Minus
An der Nasdaq notierte die Aktie zuletzt bei 173,7 Dollar, ein Tagesminus von 1,84 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von gut vier Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 65 Milliarden Dollar. Die Richtlinie ist eine operative Maßnahme und dürfte die Zahlen kaum direkt bewegen.
Die Analystenschätzungen gehen weit auseinander. Die Kursziele der jüngsten drei Einschätzungen reichen von 300 bis 810 Dollar. Bis zum Inkrafttreten der Regeln am 20. November haben Gastgeber Zeit, ihre Hausregeln anzupassen.
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