Air Liquide: ELYgator erreicht 200 Megawatt

Air Liquide erreicht Meilenstein beim Bau der 200-Megawatt-Elektrolyseanlage ELYgator in Rotterdam. Das Großprojekt soll ab 2027 jährlich 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff liefern und die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben.

Auf einen Blick:
  • Erste Elektrolyse-Arrays in Rotterdam eingetroffen
  • 200 Megawatt Leistung für grünen Wasserstoff
  • TotalEnergies sichert langfristige Abnahme
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch

Air Liquide setzt im Wasserstoffgeschäft einen wichtigen Meilenstein. In Rotterdam sind die ersten Elektrolyse-Arrays für das Großprojekt ELYgator eingetroffen. Damit rückt eines der größten Vorhaben für grünen Wasserstoff in Europa einen entscheidenden Schritt näher an den Start.

Die Anlage im Hafen von Rotterdam soll eine Leistung von 200 Megawatt erreichen. Sie basiert auf PEM-Elektrolyseuren, die in einem Joint Venture mit Siemens Energy entstehen. Im Vollbetrieb soll das Projekt jährlich rund 23.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff liefern.

Großprojekt mit klarer Industrie-Logik

Für Air Liquide ist ELYgator mehr als ein Prestigeprojekt. Der Konzern will damit die Dekarbonisierung von Schwerindustrie und Mobilität vorantreiben. Der Strom soll aus Windparks in der Nordsee kommen. So könnten pro Jahr bis zu 300.000 Tonnen CO2 vermieden werden.

Ein wesentlicher Teil der Produktion ist bereits vermarktet. TotalEnergies will den Wasserstoff über einen langfristigen Abnahmevertrag für die nahe Industrieplattform nutzen. Nach der endgültigen Investitionsentscheidung im Jahr 2025 soll die Anlage 2027 ans Netz gehen.

Wachstum trotz Gegenwind

Der Fortschritt in Rotterdam passt zur Strategie ADVANCE. Der Konzern will finanzielles Wachstum und Umweltleistung enger verbinden. Im ersten Quartal 2026 legte der vergleichbare Umsatz um 1,9 Prozent zu. In Amerika betrug das Wachstum 5 Prozent.

Air Liquide investiert derzeit auf Rekordniveau. Allein im ersten Quartal erreichten die Investitionsentscheidungen 1,5 Milliarden Euro, nach 1,0 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinem Ziel fest, die operative Marge um 100 Basispunkte zu verbessern, ohne Energieeffekte.

Aktie nahe dem Jahreshoch

An der Euronext Paris notiert die Aktie zuletzt bei 181,34 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie damit 13,28 Prozent zugelegt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 189,52 Euro fehlt nur noch ein kleiner Abstand. Der RSI von 79,3 zeigt allerdings auch, dass der Titel kurzfristig überhitzt wirkt.

Hinzu kommt ein weiterer Umbau im Portfolio. Anfang Mai hat Air Liquide das Biogasgeschäft in Frankreich, Norwegen, Schweden und den USA an Mobius Renewables verkauft. Der Konzern lenkt Kapital damit klar in Wasserstoff und Elektronik, wo die Wachstumsstory derzeit am stärksten bleibt. Die nächsten harten Daten kommen im Juli mit den Zahlen zum zweiten Quartal und zum Halbjahr.

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