Mehr Umsatz, weniger Gewinn — bei Ahold Delhaize klaffen im zweiten Quartal 2026 Top- und Bottom-Line auseinander. Der niederländisch-belgische Handelskonzern steigerte die Erlöse leicht, doch unter dem Strich blieb weniger übrig als im Vorjahr. Pharmapreise, gestrichene Sozialleistungen in den USA und fallende Eipreise drücken auf die Marge.
Umsatz wächst, Ergebnis bröckelt
Im zweiten Quartal setzte Ahold Delhaize 23,2 Milliarden Euro um, ein Plus von 0,3 Prozent auf berichteter Basis und 1,9 Prozent währungsbereinigt. Das vergleichbare Wachstum ohne Tankstellengeschäft lag bei 1,2 Prozent — angetrieben von Europa mit 1,7 Prozent, während die USA mit lediglich 0,8 Prozent hinterherhinkten.
Der Nettogewinn fiel auf 526 Millionen Euro und damit 4,2 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank auf 0,63 Euro von zuvor 0,65 Euro und verfehlte damit knapp die Analystenerwartung von 0,6365 Euro. Die bereinigte operative Marge rutschte um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent.
Besonders das US-Geschäft kämpfte mit hausgemachten Bremsklötzen: Pharmapreisänderungen im Zuge der Inflation Reduction Act kosteten 0,7 Prozentpunkte Wachstum, sinkende SNAP-Leistungen und fallende Eipreise weitere 0,9 Prozentpunkte. Ohne diese Sonderfaktoren hätte die US-Sparte deutlich besser ausgesehen. Immerhin gewann der Konzern in vier von fünf US-Marken Marktanteile — Food Lion meldete das 55. Quartal in Folge mit positivem Vergleichsumsatz.
Digitalgeschäft als Lichtblick
Während das stationäre Geschäft mit Gegenwind kämpft, läuft der Online-Handel rund. Die digitalen Erlöse legten währungsbereinigt um 8,6 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu, in den USA sogar um 14,5 Prozent — bereits das neunte Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum dort.
Der freie Cashflow verbesserte sich im Quartal auf 632 Millionen Euro, ein Plus von 115 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Auf Halbjahressicht bleibt der Wert mit 302 Millionen Euro jedoch 413 Millionen Euro unter Vorjahresniveau — Management verweist auf saisonale Verschiebungen zwischen den Quartalen.
Jahresziel bleibt trotz Gegenwind
Ahold Delhaize hält an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2026 fest: eine operative Marge von rund 4 Prozent, ein Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich sowie ein freier Cashflow von mindestens 2,3 Milliarden Euro. Geplant sind zudem Investitionen von rund 2,7 Milliarden Euro und ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm.
Die Zwischendividende bleibt mit 0,51 Euro je Aktie auf Vorjahresniveau. CEO Frans Muller, der den Konzern nach eigener Ankündigung Anfang 2027 verlassen wird, bezeichnete das Marktumfeld als weiterhin herausfordernd, zeigte sich aber überzeugt, dass die eingeschlagene Strategie greift. Ob sich die Preisinvestitionen in der zweiten Jahreshälfte in eine spürbare Margenerholung übersetzen, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen — vor allem daran, wie stark die US-Sparte die Sonderbelastungen aus Pharmapreisen und Sozialleistungen im weiteren Jahresverlauf abschütteln kann.
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