Der österreichische Nahrungsmittelkonzern Agrana Beteiligungs-AG blickt optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr 2026|27. Das Management hob am heutigen Montag die Jahresprognose für das operative Ergebnis an. An der Börse stieß dieser Schritt auf Zustimmung: Die Aktie legte im Tagesverlauf um 3,1 Prozent auf 11,80 Euro zu.
Verantwortlich für die Anhebung ist eine deutliche operative Erholung in den vergangenen Monaten. Als wesentlichen Treiber für den veränderten Ausblick nannte der Konzern spürbare Ergebnisverbesserungen im Segment Agricultural Commodities & Specialities, das die Geschäftsentwicklung maßgeblich stützte.
Höhere Ziele für das Gesamtjahr
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026|27 rechnet der Vorstand nun mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 90 bis 110 Millionen Euro. Zuvor war das Unternehmen von maximal 90 Millionen Euro ausgegangen. Die Anhebung unterstreicht die gewonnene Visibilität für die zweite Geschäftsjahreshälfte.
Die Zuversicht speist sich aus dem Abschluss des ersten Halbjahres, in dem AGRANA den operativen Gewinn mehr als verdoppeln konnte. Diese Zwischenbilanz verschafft dem Management Spielraum gegenüber den vorangegangenen Planungen.
Halbjahresgewinn mehr als verdoppelt
Im ersten Halbjahr 2026|27 erzielte der Konzern ein EBIT von 63,5 Millionen Euro, verglichen mit 28,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz belief sich in den ersten sechs Monaten auf 1.700,2 Millionen Euro.
Parallel zur operativen Geschäftsentwicklung treibt AGRANA die strategische Ausrichtung des Gesamtkonzerns voran. Das Management setzt dabei auf anorganisches Wachstum, um bestehende Segmente gezielt zu verstärken.
Zukauf im Aromengeschäft
In diesem Zusammenhang beschloss das Unternehmen am 18. September den vollständigen Erwerb der esarom gmbh und der esarom holding gmbh. Für die beiden Gesellschaften wurde ein Unternehmenswert von rund 150 Millionen Euro vereinbart.
Der Vollzug der Transaktion ist an regulatorische Bedingungen geknüpft. Neben der Vertragsunterzeichnung steht der Zukauf unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben. Nach den derzeitigen Planungen ist der Abschluss zu Beginn des Geschäftsjahres 2027|28 vorgesehen.
Trockenheit bedroht Rübenernte
Diesen Fortschritten stehen jedoch Risiken bei der Rohstoffversorgung im Heimatmarkt gegenüber. Nach einer Prognose der Landwirtschaftskammer Österreich vom 20. September droht bei der heimischen Zuckerrübenernte ein Einbruch von bis zu 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ursache hierfür ist eine ausgeprägte Rekordtrockenheit in den Anbaugebieten.
Die Entwicklung betrifft die Verarbeitungsstrukturen des Konzerns direkt. Die gesamte österreichische Rübenernte wird im Werk in Tulln weiterverarbeitet. Trotz des angehobenen Konzernausblicks bleibt die Rohstoffverfügbarkeit in diesem Bereich damit ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor.
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