Ein Umsatzrückgang, der zum Gewinnsprung führt — das klingt paradox, ist bei Agrana aber genau das Ergebnis harter Restrukturierungsarbeit. Der Wiener Lebensmittel- und Industriegüterkonzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 sein Betriebsergebnis mehr als versechsfacht, während die Erlöse leicht sanken.
Zwischen März und Mai stieg das EBIT auf 35,4 Millionen Euro, nach 5,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die EBIT-Marge kletterte von 0,6 auf 4,1 Prozent. Der Umsatz ging derweil um 2,8 Prozent auf 855,3 Millionen Euro zurück. Das Konzernergebnis drehte von einem Verlust von 7,9 Millionen Euro auf einen Gewinn von 19,3 Millionen Euro.
Zucker liefert die größte Überraschung
Den stärksten Effekt zeigte das Segment ACS-Zucker, das seinen operativen Verlust von 10,7 auf 2,6 Millionen Euro eindämmen konnte. Niedrigere Herstellungskosten aus den Spar- und Restrukturierungsprogrammen der vergangenen zwei Geschäftsjahre trugen entscheidend dazu bei, auch wenn die Verkaufsmengen im Industriegeschäft deutlich zurückgingen.
Im Stärke-Segment sorgte eine höhere Ethanol-Marge für ein EBIT von 10,4 Millionen Euro, spürbar über dem Vorjahreswert. Einzig die Food & Beverage Solutions-Sparte, mit 448,7 Millionen Euro Umsatz das größte Segment, verzeichnete beim Ergebnis einen leichten Rückgang auf 33,6 Millionen Euro. Geringere Deckungsbeiträge im Getränkebereich bremsten hier die sonst positive Entwicklung.
Die Eigenkapitalquote verbesserte sich zum Quartalsende auf 45,3 Prozent. CEO Stephan Büttner wertet die Entwicklung als Beleg dafür, dass die Effizienzmaßnahmen greifen und sich die operative Lage in wichtigen Märkten stabilisiert.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Agrana weiterhin mit einem Konzern-EBIT, das deutlich über dem Vorjahreswert liegen soll, bei einem leichten Umsatzanstieg. Im Rahmen der Strategie „AGRANA NEXT LEVEL“ plant der Konzern für 2026/27 Einsparungen von bis zu 110 Millionen Euro jährlich. Die Investitionen sollen mit rund 113 Millionen Euro moderat über dem Vorjahresniveau liegen, aber unterhalb der geplanten Abschreibungen von etwa 117 Millionen Euro bleiben.
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