Agnico Eagle: Felsbewegung am 1. Juli stoppt Barnat

Nach Felsbewegung in kanadischer Mine senken mehrere Bankhäuser die Kursziele für Agnico Eagle. Quartalszahlen am 29. Juli erwartet.

Auf einen Blick:
  • Förderung in Barnat-Grube eingestellt
  • Mehrere Analysten senken Kursziele
  • Goldproduktionsprognose vorerst unverändert
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief

Die Abbauarbeiten in der Barnat-Grube, einem zentralen Teil des kanadischen Malartic-Komplexes, mussten nach einer Felsbewegung am 1. Juli 2026 vorübergehend eingestellt werden. Wie Kalkine Media berichtet, führten Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Nordwand zur Suspension der Förderung in diesem Bereich. Agnico Eagle Mines betonte, dass bei dem Vorfall keine Personen verletzt wurden und keine Umweltschäden entstanden seien. Dennoch zwingt die Störung das Unternehmen dazu, seine Erwartungen für die Goldproduktion im zweiten Halbjahr 2026 anzupassen.

Analysten reagieren mit Kurszielanpassungen

Infolge der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Produktion senkten mehrere Bankhäuser ihre Einschätzungen. Die Analysten von Scotiabank reduzierten ihre Schätzung für den Gewinn je Aktie (EPS) im Geschäftsjahr 2026 von 11,81 auf 11,32 US-Dollar. Das Kursziel wurde auf 260 US-Dollar festgesetzt, wobei die Einstufung „Sector Outperform“ beibehalten wurde. Medienberichten zufolge stufte Zacks Equity Research den Wert zuletzt mit einem „Sell“-Rating ein und verwies auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,43.

Auch Stifel Nicolaus passte die Erwartungen an und senkte das Kursziel von 350 auf 310 kanadische Dollar. Weitere Institute schlossen sich dieser Entwicklung an: JPMorgan reduzierte das Ziel auf 300 kanadische Dollar, während die National Bank Financial nun ein Ziel von 275 kanadische Dollar bei einer „Outperform“-Bewertung ausgibt. Barclays korrigierte das Kursziel ebenfalls nach unten auf 266 kanadische Dollar.

Wirtschaftliche Kennzahlen und regionale Bedeutung

Trotz der aktuellen operativen Herausforderungen in der Barnat-Grube bleibt die ursprüngliche Goldproduktionsprognose für das Gesamtjahr laut Unternehmensangaben bislang unverändert. Erst mit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal am 29. Juli 2026 wird eine detaillierte aktualisierte Guidance erwartet. Im ersten Quartal überzeugte Agnico Eagle noch mit einem Umsatz von 4 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von über 66 % im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Der Gewinn je Aktie lag mit 3,40 US-Dollar über den Markterwartungen von 3,19 US-Dollar.

Neben der Produktion im Canadian Malartic-Komplex spielt das Unternehmen eine bedeutende Rolle in der Region Nunavut. In den Jahren 2021 bis 2025 leistete Agnico Eagle Zahlungen in Höhe von rund 400 Millionen kanadischen Dollar an dortige Inuit-Organisationen. Dies entspricht etwa 82 % der gesamten Zahlungen des Bergbausektors in diesem Gebiet. Der Bergbau insgesamt machte im Jahr 2025 fast die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts von Nunavut aus.

Marktreaktion und technischer Ausblick

Derzeit notiert die Aktie bei 118,85 €. Mit einem Abstand von -46,89 % zum 52-Wochen-Hoch von 223,80 € verdeutlicht das Papier die jüngste Korrekturphase, die durch die Felsbewegung zusätzlich befeuert wurde. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 29,8 deutet technisch auf eine überverkaufte Situation hin, was oft als Indikator für eine mögliche kurzfristige Bodenbildung gewertet wird.

Medienberichten zufolge wurde jüngst die Übernahme von Rupert Resources abgeschlossen, was die Expansionsbestrebungen in Nordeuropa unterstreicht. Jim Cramer äußerte sich derweil positiv über Agnico Eagle, gab jedoch zu bedenken, dass er mit tendenziell fallenden Goldpreisen rechne. Investoren warten nun auf die detaillierten Zahlen am 29. Juli, um die langfristigen Auswirkungen der Störung in der Barnat-Grube auf die Bilanz besser einschätzen zu können.

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