AeroVironment steht nach seinem jüngsten Investorentag am Scheideweg. Während das Management von einer massiven Expansion träumt, reagieren Analysten mit deutlicher Skepsis. Der Kurs versucht sich zum Wochenabschluss mühsam zu stabilisieren.
Skepsis nach dem Investorentag
RBC Capital senkte die Einstufung für den Drohnenspezialisten von „Outperform“ auf „Sector Perform“. Die Bank reduzierte das Kursziel drastisch auf 180 Dollar. Analysten bezweifeln, ob das Unternehmen seine Ziele für das Jahr 2030 erreichen kann.
AeroVironment plant bis dahin ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 15 Prozent. Die operative Marge soll im gleichen Zeitraum auf 20 Prozent steigen. Diese Ziele wirken angesichts eines stagnierenden Verteidigungsbudgets sehr ambitioniert.
Die Wachstumsstrategie erfordert massives Kapital. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet AeroVironment mit hohen Investitionsausgaben. Diese sollen bis zu 14 Prozent des Umsatzes verschlingen.
Das entspricht einer Summe von rund 300 Millionen Dollar. Mit diesem Geld baut der Konzern Kapazitäten für künftige Milliardenumsätze auf. Das Programm trägt den Namen „Domestic Shield“.
Starke Zahlen und volle Auftragsbücher
Andere Bankhäuser blicken weniger pessimistisch in die Zukunft, kürzten ihre Ziele aber ebenfalls. Canaccord Genuity senkte den Zielwert auf 240 Dollar. Citizens JMP strich das Ziel auf 230 Dollar zusammen. Beide Häuser raten dennoch weiterhin zum Kauf. BTIG bestätigte ein Kursziel von 205 Dollar.
Operativ lieferte das Unternehmen zuletzt ab. Im vierten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 133,3 Prozent auf 641,6 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,84 Dollar deutlich über den Erwartungen.
Trotz der Kursturbulenzen füllt sich das Auftragsbuch. AeroVironment sicherte sich einen Rahmenvertrag über 500 Millionen Dollar für Drohnenabwehrsysteme. Die Bundeswehr bestellte parallel dazu Puma-Systeme für rund 31 Millionen Euro.
Rechtliche Hürden und technischer Ausblick
Eine Sammelklage wegen angeblich falscher Aussagen zum Wettbewerbsumfeld belastet derweil die Stimmung. Es geht dabei um ein mittlerweile eingestelltes Programm. Die Frist für Hauptkläger läuft am 27. Juli ab.
An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 131,45 Euro. Das entspricht einem Minus von fast 40 Prozent seit Jahresbeginn. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisiert mit einem Wert von 42,6 eine langsame Annäherung an überverkaufte Regionen.
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