Schwere Vorwürfe erschüttern den Drohnenspezialisten AeroVironment. Während der Rüstungskonzern operativ mit Großaufträgen punktet, gerät das Management nun ins Visier von Ermittlern. Im Zentrum steht der Verdacht, der Vorstand habe kritische Wettbewerbsrisiken verheimlicht.
Intransparenz beim Weltraum-Programm
Die US-Kanzlei Berger Montague PC prüft derzeit mögliche Verletzungen der Treuepflicht durch die Führungsebene. Konkret geht es um das SCAR-Programm der US Space Force. Das Board soll das Ausmaß der Konkurrenz und die Stabilität der eigenen Kommunikationssysteme falsch dargestellt haben.
Bereits im ersten Halbjahr ordneten die Behörden einen vorübergehenden Arbeitsstopp an. Kurz darauf öffnete das Militär das Programm für andere Anbieter. Das Management verschwieg dieses Risiko gegenüber den Aktionären offenbar zu lange.
Vertrauen am Boden
Anleger reagieren nervös. Der Aktienkurs fällt um 7,5 Prozent auf 136,45 Euro. Das Misstrauen sitzt tief, zumal das Unternehmen erst im Juni 2026 seine Finanzberichte für drei Quartale korrigieren musste. Damals erklärte AeroVironment, dass die alten Bilanzen nicht mehr verlässlich seien.
Parallel dazu sorgt das operative Geschäft für einen Puffer. AeroVironment sicherte sich im August einen Vertrag über mindestens 400 Millionen Dollar für Laser-Abwehrsysteme. Ein weiterer Auftrag über rund 117 Millionen Dollar für Aufklärungsdrohnen stützt die Auftragsbücher zusätzlich.
Diese Großaufträge sichern zwar den Umsatz. Aber sie heilen nicht den Vertrauensverlust durch die juristischen Untersuchungen. Mit einem Minus von 36 Prozent seit Jahresbeginn bleibt die Aktie in einem schwachen Trend. Die Entscheidung über interne Reformen wird nun zum nächsten Fixpunkt für die Bewertung.
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