Aehr Test Systems hat zu Beginn der neuen Handelswoche an den US-Börsen ein neues 52-Wochen-Hoch markiert, sieht sich jedoch am heutigen Dienstag einer deutlichen Konsolidierung gegenüber. Trotz eines frischen Millionenauftrags aus dem Sektor der Künstlichen Intelligenz (KI) und einer optimistischen Ersteinstufung durch Analysten belasten massive Insiderverkäufe und eine historisch hohe Bewertung die Stimmung der Anleger.
Großauftrag aus dem KI-Sektor
Das Unternehmen gab jüngst den Erhalt eines Folgeauftrags in Höhe von 22 Millionen US-Dollar bekannt. Der Auftrag umfasst Test- und Burn-in-Systeme für einen führenden Kunden im Bereich der KI-Prozessoren.
Diese Entwicklung unterstreicht die Transformation des Halbleiter-Testausrüsters: Medienberichten zufolge entfielen im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 bereits 91 Prozent des Gesamtumsatzes auf Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz sowie der Siliziumphotonik.
Parallel dazu hat die Investmentbank Jefferies am Montag die Beobachtung der Aktie mit einer Kaufempfehlung gestartet. Das Kursziel wurde dabei auf 175 US-Dollar festgesetzt. Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit der starken Positionierung des Unternehmens bei Wafer-Level-Tests, die für die Zuverlässigkeit von Siliziumkarbid-Chips in Elektrofahrzeugen und KI-Rechenzentren unerlässlich sind.
Ambitionierte Wachstumsziele für 2027
Für das Geschäftsjahr 2027 hat das Management eine Umsatzprognose zwischen 130 und 150 Millionen US-Dollar ausgegeben. Dies würde einer Steigerung von etwa 160 bis 200 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprechen. Die Rekordbuchungen von 60,7 Millionen US-Dollar und ein Auftragsbestand von 100,6 Millionen US-Dollar stützen diesen optimistischen Ausblick.
Dennoch warnen Marktbeobachter vor einer Überhitzung. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 228 auf Basis der künftigen Gewinne notiert die Aktie weit über ihrem Fünf-Jahres-Median von knapp 40. Analysten weisen zudem auf das Risiko der Kundenkonzentration und die zyklische Natur der Bestellungen im Halbleitersektor hin.
Insiderverkäufe signalisieren Vorsicht
Während institutionelle Investoren wie die Royal Bank of Canada ihre Positionen im ersten Quartal moderat ausgebaut haben, trennt sich die Führungsebene in großem Stil von Anteilen. In den letzten 90 Tagen veräußerten Insider Aktien im Wert von rund 13,8 Millionen US-Dollar.
Besonders im Fokus stand der Verkauf von 40.000 Papieren durch CEO Gayn Erickson am 12. August zu einem Kurs von rund 130,84 US-Dollar. Über das gesamte letzte Jahr summierten sich die Insider-Verkäufe auf über 60 Millionen US-Dollar, ohne dass nennenswerte Käufe vonseiten des Managements gemeldet wurden.
Aktuelle Marktsituation und Kursniveau
Im heutigen Handel korrigiert die Aktie am deutschen Markt deutlich und notiert aktuell bei 116,50 Euro, was einem Minus von 7,4 % entspricht. Damit hat sich das Papier etwas von seinem am 14. August erreichten 52-Wochen-Hoch von 126,65 Euro entfernt.
Der Abstand zu diesem Rekordstand beträgt nun 8,0 %. Trotz der heutigen Gewinnmitnahmen bleibt die Performance seit Jahresbeginn mit einem Zuwachs von 569 % außergewöhnlich stark und spiegelt die massiven Erwartungen an die Rolle des Unternehmens im KI-Boom wider.
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