Aehr Test Systems hat einen weiteren bedeutenden Erfolg im wachsenden Markt für Künstliche Intelligenz (KI) erzielt. Wie das Unternehmen am gestrigen Mittwoch bekannt gab, sicherte sich der Spezialist für Halbleiter-Testsysteme einen Folgeauftrag über 22 Millionen US-Dollar von einem führenden Anbieter von KI-Prozessoren. Die Bestellung umfasst FOX-XP-Systeme sowie das dazugehörige Equipment für das sogenannte Wafer-Level-Burn-In-Verfahren.
Expansion der Testkapazitäten in Taiwan
Der Auftrag sieht die Lieferung von automatisierten Testsystemen vor, die speziell für die Validierung von Hochleistungs-KI-Chips konzipiert sind. Die FOX-XP-Systeme ermöglichen es, neun 300-mm-Wafer gleichzeitig zu prüfen, was die Effizienz in der Produktion erheblich steigert. Die Auslieferung der Geräte an einen Partner in Taiwan soll innerhalb der kommenden sechs Monate abgeschlossen sein.
Laut CEO Gayn Erickson unterstreicht dieser Auftrag das Vertrauen der Kunden in die Technologie von Aehr. Er deutete zudem an, dass die Produktionspläne des Auftraggebers über die aktuell bestellten Kapazitäten hinausgehen könnten.
Parallel dazu führt das Management derzeit Gespräche mit weiteren Halbleiterfirmen und sogenannten Hyperscalern, um die Anwendungsmöglichkeiten der Testlösungen auf Bereiche wie die Siliziumphotonik und optische Verbindungen in Rechenzentren auszuweiten.
Rekordzahlen und optimistischer Ausblick
Die jüngste Bestellung reiht sich in eine Serie positiver Nachrichten ein. Im abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verzeichnete Aehr Test Systems Rekordbuchungen in Höhe von 60,7 Millionen US-Dollar. Der gesamte Auftragsbestand summierte sich zuletzt auf rund 100,6 Millionen US-Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 zeigt sich die Unternehmensführung äußerst zuversichtlich und prognostiziert einen Umsatzanstieg auf 130 bis 150 Millionen US-Dollar.
Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Gewinn je Aktie lediglich bei 0,03 US-Dollar, während Analysten für das kommende Geschäftsjahr mit einem Anstieg auf 0,70 US-Dollar rechnen. Diese Wachstumsdynamik spiegelt sich auch in der langfristigen Kursentwicklung wider. Trotz eines heutigen Rückgangs um 8,7 Prozent auf 102,75 Euro hat die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 490 Prozent erzielt.
Analysteneinschätzungen und Insider-Transaktionen
Trotz der starken operativen Entwicklung mahnen einige Marktbeobachter zur Vorsicht hinsichtlich der Bewertung. Medienberichten zufolge notiert der Titel bei einem hohen Vielfachen der erwarteten Gewinne, während der Relative-Stärke-Index (RSI) zeitweise einen überkauften Zustand signalisierte. Dennoch bleibt der Konsens der Analysten bei einer Einstufung als „Strong Buy“, wobei die Experten im Durchschnitt ein Kursziel von etwa 115 US-Dollar für die Notierung an der Nasdaq nennen.
Abseits des operativen Geschäfts zeigten SEC-Meldungen, dass der Caroline J. Scott Revocable Trust am Mittwoch den Verkauf von 20.000 Aktien im Wert von rund 2,63 Millionen US-Dollar einleitete. Es handelt sich um den zweiten Verkauf dieser Größenordnung innerhalb weniger Wochen, nachdem bereits Mitte Juli ein ähnliches Paket veräußert worden war.
Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den kommenden Mittwoch, wenn CEO Gayn Erickson und CFO Chris Siu im Rahmen der Needham Virtual Semiconductor Conference detaillierte Einblicke in die Strategie für KI-Prozessoren und Datacenter-Lösungen geben werden.
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