Nach der Zustimmung zum Wechsel des Rechtssitzes rückt bei Aegon die Neuordnung der Aktienstruktur in den Mittelpunkt. Das Unternehmen erwartet, am 15. Oktober die von Vereniging Aegon gehaltenen ausstehenden Stammaktien B zurückzukaufen. Die außerordentliche Hauptversammlung hat am Donnerstag den geplanten Wechsel von Bermuda nach Delaware genehmigt. Für Anleger steht damit die Umsetzung der Beschlüsse im Vordergrund.
Neuordnung der Stimmrechte geplant
Laut Aegon soll der Rückkauf der Stammaktien B gegen Stammaktien mit gleichen Stimmrechten im Verhältnis 40:1 erfolgen. Anschließend soll Vereniging Aegon weiterhin rund 18,4 % an Aegon halten. Die Vereinigung soll danach den Namen Vereniging Aegon Americas tragen.
Die geplante Transaktion verbindet damit eine Änderung der Aktienstruktur mit dem Fortbestand einer bedeutenden Beteiligung. Die Zustimmung der Aktionäre und die erwartete Durchführung sind dabei getrennte Schritte: Den Beschluss hat die Hauptversammlung gefasst, den Rückkauf erwartet Aegon erst zum angekündigten Termin.
Auch den Omnibus Incentive Plan haben die Aktionäre genehmigt. Der Beschluss steht neben der Zustimmung zum Sitzwechsel und gehört damit zu den auf der außerordentlichen Hauptversammlung verabschiedeten Maßnahmen. Für die Einordnung der nächsten Schritte bleibt entscheidend, dass Aegon den Rückkauf weiterhin als geplante Transaktion beschreibt.
Analystenurteil bleibt zurückhaltend
Medienberichten zufolge bestätigte KBC Securities gestern die Einstufung „Halten“ für Aegon und nannte ein neues Kursziel von 7,00 Euro. Dieses liegt unter dem Schlusskurs vom Freitag von 7,41 €. Die Analystenaktion signalisiert somit keine Kaufempfehlung trotz der Zustimmung zu den Strukturmaßnahmen.
Aus der Einstufung lässt sich allerdings keine konkrete Bewertung des Sitzwechsels ableiten. Sie liefert einen zurückhaltenden Bewertungsrahmen für die Aktie, während Aegon die beschlossenen Veränderungen umsetzen will. Eine Zustimmung der Hauptversammlung ist damit nicht gleichbedeutend mit einer positiveren Analysteneinschätzung.
Weitere Veränderung im Vermögensmanagement
Parallel zur gesellschaftsrechtlichen Neuordnung verändert sich ein Teil des Vermögensmanagementgeschäfts. Am 1. Oktober kündigten Aegon Asset Management und Van Lanschot Kempen die Übertragung niederländischer fiduziarischer Managementaktivitäten mit rund 26 Mrd. € verwaltetem Vermögen an.
Aegon Asset Management bleibt Anbieter liquider Multi-Manager-Lösungen und von LDI-Dienstleistungen. Zugleich wird das Unternehmen strategischer Partner für alternative festverzinsliche Anlagen. Die Übertragung bedeutet damit nicht den vollständigen Rückzug aus diesen Angeboten.
Für Anleger stehen unterschiedliche Umsetzungsebenen nebeneinander: die Übertragung von Managementaktivitäten und die beschlossene Neuordnung von Rechtssitz und Aktienstruktur. Der nächste konkrete Termin betrifft den erwarteten Rückkauf der Stammaktien B. Das jüngste Analystenurteil bleibt unterdessen bei „Halten“.
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