Aegon verkauft. Wieder. Diesmal die britische Tochter, und diesmal für richtig viel Geld. Standard Life übernimmt Aegon UK für insgesamt 2 Milliarden Pfund, also knapp 2,7 Milliarden Dollar. Der Käufer zahlt dabei nicht nur bar, sondern auch in Aktien: Aegon bekommt 15,3 Prozent an Standard Life, das sind 181,1 Millionen Anteile, dazu 750 Millionen Pfund cash.
Das klingt nach einem sauberen Abschluss. Und rechnerisch ist es das wohl auch. Aegon selbst spricht von einem Vielfachen von 14,2 auf das operative Ergebnis nach Steuern für 2025, und von 1,9 auf den IFRS-Buchwert. Wer mag, kann das als ordentliche Prämie lesen.
Standard Life setzte sich durch
Interessenten gab es genug. Lloyds Banking Group, Royal London und Canada Life sollen alle mitgeboten haben. Standard Life, das frühere Phoenix Group, hat das Rennen gemacht. Der Preis dafür ist ein Geschäft mit mehr als 3,5 Millionen Kunden und einer Plattform, die Ende des dritten Quartals gut 124 Milliarden Pfund an Assets verwaltete. Wer im britischen Pensionsmarkt wachsen will, kauft sich solche Skaleneffekte eben lieber ein, als sie organisch aufzubauen.
Für Standard Life ist das konsequent. Das Unternehmen verhandelt parallel mit alternativen Asset Managern über größere Pension-Risk-Transfer-Geschäfte, einem Markt, der in Großbritannien gerade boomt. Aegon UK passt da gut ins Bild.
Aegon Ltd. Aktie Chart
Der eigentliche Umbau läuft im Hintergrund
Für Aegon selbst ist dieser Deal aber nur ein Mosaikstein. Der Konzern hat im Dezember angekündigt, seinen Hauptsitz in die USA zu verlagern und sich in Transamerica Inc. umzubenennen. Aegon UK stand damit schon länger auf der Abschussliste, die Briten selbst haben es so formuliert: Man prüfe „alle Optionen“, einschließlich eines Verkaufs. Nun ist die Option gefunden.
Was bleibt, ist ein Konzern im Umbau, der sich von Europa verabschiedet und auf Amerika setzt. Ob das die richtige Wette ist, wird sich zeigen, wenn aus Aegon erst mal Transamerica geworden ist. Bis dahin hält man nun immerhin 15,3 Prozent an einem der größten britischen Pensionsanbieter. Als Trostpflaster ist das nicht schlecht.
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