Die Adobe-Aktie hat in letzter Zeit keinen leichten Stand. Der Kurs erzählt eine Geschichte von Skepsis, von Anlegern, die sich fragen, ob das Geschäftsmodell des Softwareriesen noch eine Zukunft hat, wenn KI-Tools immer besser werden und immer günstiger verfügbar sind. Auf den ersten Blick wirkt die Sorge berechtigt.
Denn Adobe lebt zu einem guten Teil von sitzplatzbasierten Umsätzen, also davon, dass Kreative, Agenturen und Unternehmen monatlich zahlen, um Photoshop, Illustrator und den Rest der Creative-Cloud-Familie zu nutzen. Genau dort sehen viele Beobachter das Problem: Wenn KI-Werkzeuge dieselben Aufgaben erledigen, warum dann noch Adobe?
Die Frage, die Anleger falsch stellen
Weil das eben zu kurz gedacht ist. Adobe ist nicht irgendein Softwareanbieter, der zufällig im Kreativbereich gelandet ist. Das Unternehmen hat Jahrzehnte damit verbracht, sich in Workflows, Unternehmensstrukturen und Berufsbilder einzugraben. Man kündigt Adobe nicht, so wie man ein Streaming-Abo kündigt.
Dazu kommt, dass Adobe selbst massiv in KI investiert hat. Firefly, das hauseigene KI-Modell, ist direkt in die bestehenden Produkte integriert. Wer also KI nutzen will und dabei auf lizenzrechtlich sauberes Material angewiesen ist, kommt an Adobe kaum vorbei. Das ist kein kleines Detail.
Adobe Inc. Aktie Chart
Unterschätzte Verteidigung
Analysten, die sich die Zahlen genauer anschauen, kommen zu dem Schluss, dass der Markt die kollektive Verteidigungsstärke von Adobe deutlich unterschätzt. Sitzplatzbasierte Umsätze mögen unter Druck stehen, aber das Gesamtbild sieht robuster aus, als der Aktienkurs nahelegt.
Adobe hält sich. Das ist mehr, als viele erwartet hätten. Ob das dem Kurs ebenfalls bald wieder auffällt, ist die eigentlich spannende Frage.
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