Adobe steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Wenn der Software-Konzern heute nach US-Börsenschluss seine Bilanz vorlegt, blicken Investoren vor allem auf ein Thema: die Monetarisierung der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen muss beweisen, dass die hohen Investitionen in Tools wie Firefly tatsächlich neues Wachstum generieren.
Die KI-Wette wackelt
Bisher liefert die künstliche Intelligenz kaum messbare Erfolge in der Bilanz. KI-Anwendungen steuern aktuell weniger als zwei Prozent zum jährlich wiederkehrenden Umsatz von rund 26 Milliarden Dollar bei. Skeptiker befürchten, dass die neuen Funktionen das bestehende Geschäft eher kannibalisieren als erweitern.
Besonders kritisch beäugen Marktteilnehmer heute die Kennzahl für neue digitale Medienumsätze. Diese enttäuschte im Vorquartal und löste eine Verkaufswelle aus. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 28,9 Prozent an Wert verloren.
Hohe Volatilität erwartet
Der Markt bereitet sich auf heftige Kursbewegungen vor. Händler am Optionsmarkt preisen für die Zeit nach der Veröffentlichung Schwankungen von bis zu 9,5 Prozent ein. Das liegt deutlich über dem historischen Durchschnitt früherer Quartalsberichte.
Die Erwartungen der Analysten sind klar definiert. Der Konsens rechnet mit einem Quartalsumsatz von 6,45 Milliarden Dollar. Beim Gewinn je Aktie visiert der Markt einen Wert von 5,81 Dollar an.
Umbruch in der Führungsetage
Hinzu kommt eine personelle Unsicherheit. CEO Shantanu Narayen hat seinen Rückzug angekündigt. Das Management versucht derweil, die Wogen mit einem massiven Aktienrückkaufprogramm zu glätten. Bis zum Jahr 2030 will Adobe eigene Anteile für 25 Milliarden Dollar zurückerwerben.
Die Aktie notiert derzeit nahe ihrem Jahrestief von 191,46 Euro. Damit liegt der Kurs weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 256,70 Euro. Sollten die Zahlen die Erwartungen an das Neugeschäft verfehlen, droht eine Fortsetzung der Talfahrt.
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