Adobe erweitert seine Kreativprogramme um neue Funktionen auf Basis externer Modelle. Medienberichten zufolge hat der Softwarekonzern am Dienstag ein experimentelles Werkzeug namens „Prompt to Edit“ in Lightroom freigeschaltet. Die Neuerung steht als frühe Testversion für die Öffentlichkeit bereit. Sie nutzt das Modell Nano Banana von Google und erlaubt Anwendern, Bildinhalte direkt im Programm über Textanweisungen neu zu generieren.
Mit diesem Schritt bindet das Unternehmen neue generative Ansätze direkt in den Arbeitsalltag professioneller Fotografen ein. Adobe erprobt damit, wie sich externe KI-Modelle ohne Medienbrüche in bestehende Bearbeitungsabläufe einfügen lassen.
Am Kapitalmarkt überwiegt dennoch Zurückhaltung. Am Freitag sank der Kurs der Adobe-Aktie um 1,7 % auf einen Schlusskurs von 211,15 €.
Partnerschaften im Sport- und Reisesektor
Neben Programmen für Kreative baut Adobe seine Plattform CX Enterprise weiter aus. Am Montag meldete der Konzern eine weltweite Partnerschaft mit der National Hockey League. Adobe übernimmt dabei die Rolle des offiziellen Partners für Kreation, Marketing und künstliche Intelligenz für die Liga und alle zugehörigen Vereine. Im Mittelpunkt stehen personalisierte Fanerlebnisse über integrierte KI-Systeme.
Die Kooperation unterstreicht das Bestreben, Großkunden mit kombinierten Softwarelösungen für Marketing und Kundenbindung auszustatten. Für Adobe geht es darum, die eigene Technologie über das traditionelle Desktop-Geschäft hinaus im operativen Kundenkontakt von Großunternehmen zu verankern.
Dieser Schritt knüpft an eine Vereinbarung mit Jet2 an. Der britische Reiseanbieter setzt auf CX Enterprise und sogenannte agentische KI, um Angebote sowie Services für Urlauber individueller zuzuschneiden.
Erweiterung des Ökosystems und Insideraktivität
Parallel dazu vertieft der Konzern die Zusammenarbeit mit anderen Technologieanbietern. Am 24. September stellte Adobe Werkzeuge innerhalb von Google Gemini bereit und erweiterte das Plugin für Claude um Acrobat- und Express-Funktionen.
Zudem schloss das Unternehmen die Übernahme von Topaz Labs ab, deren Modelle zur Bildoptimierung künftig in die Creative Cloud einfließen sollen. Topaz Labs bleibt dabei als eigenständige Marke mit separaten Anwendungen bestehen.
Die Integrationen zeigen das Bemühen, die eigenen Programme plattformübergreifend verfügbar zu halten und den technologischen Vorsprung gegenüber neuen Wettbewerbern abzusichern.
Dennoch lastet das Marktumfeld auf der Aktie, die seit Jahresanfang ein Minus von 30 % aufweist. An der Unternehmensspitze gab es zudem Anteilsverkäufe: Shantanu Narayen, Chair und CEO von Adobe, meldete am 18. September über ein Form 4 die Veräußerung eigener Aktien.
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