Sechs Handelstage am Stück rauschte die Adobe-Aktie nach unten, insgesamt 19 Prozent. Dann, an einem Montag, ein kleines Plus von 1,1 Prozent auf 206,23 Dollar. Erholung? Oder nur eine Atempause in einem Abwärtstrend, der sich seit Jahresbeginn auf gut 40 Prozent summiert hat?
Gute Zahlen, trotzdem Absturz
Das Pikante dabei: Adobe hatte kurz zuvor Quartalsergebnisse für das zweite Fiskalquartal gemeldet, die über den Erwartungen lagen. Auch der Ausblick war besser als geschätzt. Hat nicht so recht gezündet. Die Aktie fiel trotzdem weiter, sechs Sitzungen lang. Das sagt wohl mehr über die Stimmung am Markt als über die Zahlen selbst.
Dazu kam die Nachricht, dass CFO Dan Durn das Unternehmen verlässt. Steve Day, bislang SVP of Corporate Finance und CFO der Customer Experience Orchestration-Einheit, übernimmt das Amt vorerst auf Interimsbasis. Kein Drama, aber auch kein Signal, das Vertrauen schafft.
KI frisst das Geschäftsmodell
Das eigentliche Problem sitzt tiefer. Eine Analyse auf Seeking Alpha brachte es auf den Punkt: „KI-getriebene Konkurrenz erodiert Adobes margenstarkes, abonnementbasiertes Gewinnmodell, verändert das Nutzerverhalten und setzt den traditionellen Monetarisierungskanal unter Druck.“ Adobe hat Firefly, hat KI-Funktionen in Photoshop und Co. integriert, hat früh investiert. Dennoch zweifelt der Markt daran, ob das reicht, um die Flanke zu schließen. Adobe verdient gut, wächst aber nicht mehr so, wie der Markt es von einem Softwarekonzern dieser Klasse erwartet.
Die Analysten sind gespalten
Von 39 Wall-Street-Analysten sagen 12 Kaufen, 24 empfehlen Halten, drei raten zum starken Verkauf. Das ist kein Vertrauensvotum, eher ein kollektives Schulterzucken. Auch die Seeking-Alpha-Analysten sehen die Aktie als Hold.
Seit Jahresbeginn hat die Adobe-Aktie 40 Prozent verloren, während der S&P 500 um 8,6 Prozent zulegte. Ob das 1,1 Prozent Plus an jenem Montag der Anfang von etwas war oder nur eine kurze Verschnaufpause, werden die nächsten Wochen zeigen. Die Earnings kommen erst im September.
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