Adobe schiebt seine KI-Software tiefer in fremde Plattformen. Die neue Partnerschaft mit Google bringt einen Connector für Gemini, über den Nutzer Bild-, Design- und Videoinhalte direkt in der Gemini-Oberfläche erstellen können.
Für Adobe ist das mehr als nur ein weiteres Integrationsprojekt. Der Konzern verlagert seine eigene Creative-Agent-Technologie in Drittanbieter-Umgebungen und will dort ansetzen, wo Kreative und Unternehmen ohnehin arbeiten.
Firefly wird zum Arbeitsassistenten
Parallel dazu hat Adobe den Firefly AI Assistant in die öffentliche Beta gestartet. Der Assistent soll nicht nur einzelne Bilder erzeugen, sondern mehrere Schritte in kreativen Workflows übernehmen. Nutzer können ein Ziel in natürlicher Sprache beschreiben, etwa eine bestimmte Lichtstimmung oder eine Social-Media-Kampagne, und der Agent setzt die Arbeit über mehrere Creative-Cloud-Anwendungen hinweg um.
Die Plattform unterstützt inzwischen mehr als 60 professionelle Werkzeuge. Adobe zielt damit klar auf „agentic creativity“: weniger manuelle Routine, mehr automatisierte Abläufe. Das passt zur jüngsten Integration mit Claude und zur Strategie, die eigenen Tools dort verfügbar zu machen, wo Anwender bereits unterwegs sind.
3D-Portfolio bekommt Schub
Auch im 3D-Bereich legt Adobe nach. Substance 3D Designer 16 und Substance 3D Painter 12 sind mit erweiterten prozeduralen Steuerungen und einer enger vernetzten Pipeline erschienen. Neu ist außerdem ein One-Click-Workflow zwischen ZBrush und Substance 3D Painter, der den Übergang vom Sculpting zum Texturing deutlich glättet.
Damit baut Adobe die Firefly-Plattform nicht nur als Generator für Einzelbilder aus. Der Fokus liegt zunehmend auf konsistenten Markenassets, die sich in größerem Umfang produzieren lassen.
Aktie stabilisiert sich
An der Börse zeigt sich das Bild zuletzt etwas freundlicher. Die Aktie hat sich in der zweiten Maihälfte um etwa 4 Prozent erholt, liegt seit Jahresbeginn aber noch gut 24 Prozent im Minus. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Minus 41 Prozent. Der Kurs steht mit 215,30 Euro knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 211,48 Euro.
Der jüngste Schub kommt nicht nur aus dem Google-Deal. Adobe meldete zuletzt, dass die sogenannte AI-first-ARR mehr als verdreifacht wurde. Über 35 Prozent der Photoshop-Abonnenten nutzen inzwischen generative KI-Funktionen aktiv.
Blick auf die Zahlen im Juni
Im Markt richtet sich der Blick nun auf die Quartalszahlen für das zweite Fiskalquartal im Juni 2026. Dann wird sich zeigen, ob die Ausweitung auf Plattformen wie Gemini die Abo-Dynamik spürbar stützt und Schwächen in älteren Produktlinien abfedert. Adobe hält an der Jahresprognose fest und stellt für 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 23,30 bis 23,50 Dollar in Aussicht.
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