Während US-Halbleiterwerte zuletzt kräftig einbrachen und europäische Chiphersteller wie Infineon oder ASML im Sog nach unten gerissen wurden, zeigt sich Adidas von einer robusteren Seite. Der Sportartikelhersteller gehört zu den etablierten DAX-Werten, deren Bewertung weniger auf Zukunftsfantasie und mehr auf belastbaren Geschäftszahlen fußt — ein Kontrast, der gerade jetzt auffällt.
Im Gegensatz zu Siemens, das im Juni ein Allzeithoch markierte, oder Allianz, die den höchsten Stand seit 26 Jahren erreichte, verläuft die Entwicklung bei Adidas weniger geradlinig. Die Fußball-Weltmeisterschaft dominiert aktuell das mediale Echo um die Marke: Zwei Vereine, die mit Adidas ausgestattet sind, stehen im WM-Finale. Das sorgt für Sichtbarkeit, ersetzt aber nicht die eigentliche Kennzahl, auf die es ankommt.
Operative Erholung bleibt der Maßstab
Entscheidend für die langfristige Kursentwicklung bleibt die operative Erholung der Marke selbst. Adidas wächst inzwischen wieder breiter — nicht nur im Fußballgeschäft, sondern auch in den Bereichen Lifestyle und Laufsport. Diese Diversifikation über mehrere Sparten hinweg gilt als wichtiger Stabilitätsfaktor, gerade wenn einzelne Segmente wie das WM-Geschäft naturgemäß zyklisch schwanken.
Der aktuelle Ausverkauf bei Halbleiterwerten wird von Marktbeobachtern nicht als Ende der Chipbranche gewertet, sondern als Reaktion auf hohe Bewertungen, die kaum noch Enttäuschungsspielraum zulassen. Für Adidas als Vertreter eines anderen Bewertungsprofils bedeutet das: Die Aktie muss keine perfekte Zukunft einpreisen, um als solide Depotposition zu gelten.
Der WM-Trubel um die Marke dürfte in den kommenden Wochen weiter für Aufmerksamkeit sorgen. Ob sich das mediale Interesse am Finale auch in den nächsten operativen Kennzahlen niederschlägt, zeigt sich mit den Halbjahreszahlen Ende Juli.
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