Während der deutsche Leitindex am gestrigen Dienstag ein neues Rekordhoch markierte, gehörte das Papier von Adidas zu den deutlichen Verlierern im DAX. Eine Herabstufung durch das Analysehaus UBS belastete die Stimmung der Anleger spürbar. Am Ende des Handelstages notierte der Wert bei einem Schlusskurs von 161,30 €, was einem Rückgang von 2,57 % entsprach.
Margendruck überschattet stabiles Umsatzwachstum
Hintergrund der Kursverluste ist eine neue Einschätzung der UBS. Analyst Robert Krankowski senkte das Rating für die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ und reduzierte das Kursziel drastisch von zuvor 219 € auf nun 173 €. In seiner Begründung verwies der Experte darauf, dass der Umsatztrend des Sportartikelherstellers zwar weiterhin stabil erscheine, die Gewinnmargen jedoch zunehmend verwundbar seien. Ein schwierigeres Margenumfeld könnte die künftige Ergebnisentwicklung bremsen, so die Einschätzung der Bank.
Diese Skepsis trifft auf einen Markt, der nach der jüngsten Kursentwicklung ohnehin vorsichtiger agiert. Seit Jahresbeginn weist das Papier ein Minus von 4,58 % auf. Die Experten der UBS sehen vor allem in den hohen Investitionen, die zur Aufrechterhaltung des Wachstums notwendig sind, ein Risiko für die Profitabilität. Damit rückt die Frage in den Fokus, wie effizient der Konzern seine Marktanteile verteidigen kann, ohne die operativen Erträge zu opfern.
Rekordumsatz trifft auf hohe Marketingkosten
Die Sorgen um die Marge kommen nicht von ungefähr. Ein Blick auf die Zahlen zum zweiten Quartal verdeutlicht die aktuelle Strategie des Unternehmens unter CEO Björn Gulden. Adidas erzielte zwar einen Rekordumsatz von 6,74 Milliarden €, was einem Plus von 14 % entspricht, doch der operative Gewinn stieg im Vergleich dazu lediglich um 5 % auf 574 Millionen €.
Ein wesentlicher Faktor für diese Diskrepanz sind die massiven Ausgaben für die Markenbekanntheit. Allein im Berichtsquartal flossen mehr als 200 Millionen € in das Marketing. Während diese Investitionen das zweistellige Wachstum befeuern, drücken sie gleichzeitig auf die Gewinnmarge. Branchenbeobachter konstatieren, dass der Konzern einen Gewinnrückgang in Kauf nimmt, um die Dynamik beim Absatz hochzuhalten. Im Vergleich zum Konkurrenten Puma, der mit einer schwachen Nachfrage kämpft, steht Adidas beim Umsatzwachstum zwar besser da, muss dies jedoch teuer erkaufen.
Analysten zwischen Skepsis und Zuversicht
Trotz der aktuellen Herabstufung durch die UBS gibt es am Markt auch Gegenstimmen. So hob das Analysehaus Morningstar seine Einschätzung für Adidas am Dienstag auf „Kaufen“ an. Diese gegensätzlichen Bewertungen spiegeln die Uneinigkeit über die künftige Bewertung des Konzerns wider. Während die einen das Potenzial in der stabilen Umsatzentwicklung und dem Turnaround unter der neuen Führung sehen, warnen andere vor einer Überhitzung bei den Kosten.
Charttechnisch hat sich das Bild zuletzt eingetrübt. Nachdem die Aktie noch im Juli bei 188,66 € an einem Widerstand gescheitert war, setzte eine Korrektur ein, die den Kurs zeitweise um mehr als 20 % nach unten drückte. Marktteilnehmer blicken nun auf die Unterstützungszone zwischen 147,45 € und 151,87 €. Sollte dieser Bereich verteidigt werden, sehen optimistische Beobachter die Chance auf eine Erholung in Richtung der Marke von 200 €. Ein dauerhafter Verbleib unter wichtigen Durchschnittslinien könnte jedoch weiteren Abgabedruck auslösen.
Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 05. August liefert die Antwort:
Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
