Die Aktie von Adidas konnte am Freitag einen deutlichen Zugewinn von 2,0 % verzeichnen und schloss bei 154,55 €. Damit stabilisierte sich das Papier nach einer volatilen Handelswoche, in der am Donnerstag noch eine Gewinnwarnung des britischen Einzelhändlers JD Sports den gesamten Sportartikel-Sektor belastet hatte.
Die Erholung am Freitag wurde maßgeblich durch die Nachricht gestützt, dass der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock seine Beteiligung an dem Herzogenauracher Unternehmen weiter ausgebaut hat.
Stimmrechtsanteile und Marktposition in den USA
Laut einer aktuellen Stimmrechtsmitteilung gemäß der Wertpapierhandelsgesetz-Vorgaben hat BlackRock seine Anteile an der Adidas AG auf nunmehr 6,91 % der Stimmrechte erhöht. Dieser Vertrauensbeweis eines institutionellen Großanlegers trifft auf eine Phase, in der Adidas operativ wichtige Erfolge im nordamerikanischen Markt erzielt.
Medienberichten zufolge zeigt eine aktuelle Verbraucherstudie von RBC zum US-Schulstart, dass Adidas erstmals die Spitzenposition in der Gunst der US-Schüler eingenommen hat.
In der Umfrage gelang es dem deutschen Konzern, den langjährigen Marktführer Nike vom ersten Platz zu verdrängen. Die Analysten von RBC bewerten das Papier weiterhin mit „Outperform“ und sehen in diesem Stimmungswechsel unter jungen Konsumenten ein starkes Signal für die künftige Markenrelevanz in den Vereinigten Staaten.
Parallel zu dieser Entwicklung treibt das Unternehmen seine digitale Präsenz voran: Am heutigen Sonntag startete eine Kooperation mit der App „Toca Boca World“, um durch eine integrierte digitale Markenwelt gezielt junge Zielgruppen im „Tween“-Alter spielerisch anzusprechen.
Analysten sehen Potenzial für eine Trendwende
In der Bewertung des Unternehmens zeigen sich Analystenhäuser optimistisch gestimmt. Analystin Wendy Liu von JPMorgan stuft die Aktie weiterhin als „Overweight“ ein und nennt ein Kursziel von 230,00 EUR. Nach ihrer Einschätzung steht Adidas trotz eines herausfordernden zweiten Quartals vor einer operativen Trendwende.
Zuvor hatte das Unternehmen Ende Juli Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt, bei denen der Umsatz um 14 % auf 6,74 Milliarden EUR gesteigert werden konnte. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,02 EUR knapp unter dem Vorjahreswert von 2,07 EUR.
Zusätzliche Zuversicht schöpfte der Markt zuletzt auch aus dem Umfeld der Unternehmensführung. Im Nachgang der Halbjahreszahlen wurden Insiderkäufe durch den Vorstandsvorsitzenden Bjørn Gulden gemeldet. Dennoch mahnen einzelne Marktbeobachter zur Vorsicht. Robert Krankowski von der Bank UBS belässt die Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 173,00 EUR und verweist auf eine möglicherweise nachlassende Dynamik im globalen Sneaker-Markt.
Langfristige Kursentwicklung und Ausblick
Trotz der jüngsten Erholung am Freitag weist die Performance des laufenden Jahres eine negative Tendenz auf. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie einen Rückgang von 8,6 %. Das Unternehmen hält unterdessen an seiner strikten markenrechtlichen Strategie fest, um sein bekanntes Streifen-Design zu schützen, und geht Medienberichten zufolge weiterhin juristisch gegen die Verwendung ähnlicher Muster durch Online-Händler vor.
Anleger blicken nun auf den 29. Oktober, an dem Adidas die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen wird. Diese Daten dürften weiteren Aufschluss darüber geben, ob sich der positive Trend bei der US-Verbrauchergunst und die Wachstumsinitiativen im digitalen Raum bereits in den Finanzkennzahlen niederschlagen.
Mit der jüngsten Kapitalmarktinformation nach EU-Marktmissbrauchsverordnung unterstreicht das Management zudem die Fortführung seiner transparenten Informationspolitik gegenüber den Aktionären.
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