Die Anteilsscheine von Adidas geraten am heutigen Mittwoch unter Verkaufsdruck. Während sich der Gesamtmarkt im verhaltenen Handel vor den anstehenden US-Inflationsdaten kaum bewegt, muss der Sportartikelhersteller deutliche Einbußen hinnehmen. Ausschlaggebend für die negative Stimmung im Sektor sind enttäuschende Nachrichten eines wichtigen Wettbewerbers, die die gesamte Branche belasten.
Sektordruck durch Enttäuschung bei On
Wie Medienberichte am Mittwochmorgen verdeutlichen, wirkt insbesondere der Kurssturz des Schweizer Konkurrenten On belastend auf die Adidas-Aktie. Das Unternehmen On hatte am gestrigen Dienstag zwar einen Rekordumsatz von 850 Millionen Franken gemeldet, was einem Plus von 13,5 Prozent entspricht, verfehlte damit jedoch die Markterwartungen von 880 Millionen Franken deutlich.
In der Folge brach die On-Aktie am Dienstag um mehr als 20 Prozent ein. Laut einem Bericht von Blick verlor Tennis-Star Roger Federer durch diesen Kurssturz sogar seinen Status als Milliardär, da sein Vermögen durch die Kursverluste auf 952 Millionen Dollar sank.
Dieser Erlösdämpfer bei einem Wachstumswert der Branche sorgt nun für Skepsis unter den Anlegern von Adidas. Es wird befürchtet, dass die verfehlten Ziele bei On auf eine generell nachlassende Dynamik im Sportartikelmarkt hindeuten könnten. Während das Papier von Adidas am Dienstag im US-Handel noch zulegen konnte, dreht die Tendenz am deutschen Markt nun ins Negative.
Berichtssaison liefert gemischte Signale
Das breitere Marktumfeld am heutigen Mittwoch ist zudem von einer Vielzahl an Quartalsberichten geprägt, die die allgemeine Zurückhaltung der Investoren verstärken. Der DAX notiert am Vormittag nur leicht im Plus bei 26.415 Punkten.
Im Fokus stehen dabei Unternehmen wie der Reisekonzern Tui, der für das dritte Quartal einen Rückgang des bereinigten EBIT um 27 Prozent auf 234 Millionen Euro vermelden musste. Laut Handelsblatt belasten vor allem der Konflikt im Iran und hohe Kerosinpreise das Ergebnis von Tui.
Auch aus anderen Branchen kommen Signale einer schwächeren Nachfrage. Der Parfümeriekonzern Douglas meldete für sein drittes Quartal einen Umsatzrückgang um 2,0 Prozent auf 988 Millionen Euro und einen Nettoverlust von 2,6 Millionen Euro.
Im Gegensatz dazu konnte der Düngemittelhersteller K+S seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 leicht anheben und ein EBITDA von 176 Millionen Euro im zweiten Quartal erzielen, was über den Erwartungen der Analysten lag. Diese uneinheitliche Nachrichtenlage führt dazu, dass Anleger bei zyklischen Konsumwerten wie Adidas derzeit Gewinne mitnehmen.
Charttechnische Lage der Adidas-Aktie
Im aktuellen Handelsverlauf notiert die Adidas-Aktie bei 160,05 Euro, was einem Minus von 1,63 Prozent entspricht. Damit entfernt sich das Papier weiter von seinem 52-Wochen-Hoch, das am 21. Oktober 2025 bei 200,90 Euro markiert wurde. Trotz der kurzfristigen Schwäche hält sich der Kurs jedoch noch über einer wichtigen technischen Marke.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt derzeit 1,31 Prozent. Dieser gleitende Durchschnitt, der bei 157,97 Euro verläuft, gilt unter Marktbeobachtern oft als Gradmesser für den langfristigen Trend. Solange die Aktie oberhalb dieser Linie notiert, bleibt das langfristige Chartbild konstruktiv.
Ein dauerhaftes Unterschreiten könnte hingegen weitere Verkäufe auslösen, insbesondere wenn die Sorgen über die Umsatzentwicklung in der Sportartikelbranche durch weitere Datenpunkte untermauert werden. Anleger warten nun gespannt auf die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise, um Hinweise auf die künftige Zinspolitik und die damit verbundene Konsumstimmung zu erhalten.
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