Die Zahlen stehen jetzt im Detail fest. Adidas hat seine vorläufigen Ergebnisse für das dritte Quartal bestätigt und die Prognose für 2026 angehoben. Der Betriebsgewinn knackte erstmals in einem Quartal die Marke von einer Milliarde Euro.
Rekord bei Umsatz und Gewinn
Der Umsatz stieg auf 7,25 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 7 Prozent. Der Konsens lag bei rund 7,2 Milliarden. Der Betriebsgewinn legte um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro zu, die operative Marge verbesserte sich auf 13,9 Prozent nach 11,1 Prozent im Vorjahr.
Unter dem Strich blieben aus dem fortgeführten Geschäft 711 Millionen Euro, ein Plus von 48 Prozent. Je Aktie waren das 4,06 Euro nach 2,57 Euro. Die Bruttomarge stieg auf 54,3 Prozent. Dabei halfen neben hohen Vollpreisverkäufen rund 200 Millionen Euro aus einer Erstattung zu viel gezahlter US-Zölle.
„Wir haben den höchsten Umsatz und den höchsten Betriebsgewinn, den es je in einem Quartal gab“, sagte Konzernchef Bjørn Gulden.
Bekleidung treibt, Europa bremst
Getragen wurde das Wachstum von Bekleidung, die währungsbereinigt um 19 Prozent zulegte. Das Geschäft mit Schuhen stagnierte, weil Adidas im Großhandel bewusst zurückhaltend liefert. Der Direktvertrieb wuchs dagegen um 17 Prozent, der E-Commerce um 18 Prozent.
Regional liefen Großchina mit 13 Prozent und Nordamerika mit 12 Prozent stark. Lateinamerika kam auf 16 Prozent, Japan und Südkorea auf 19 Prozent. Europa schrumpfte um 4 Prozent, belastet von der Großhandelsstrategie und einer vorübergehenden Störung durch die SAP-Umstellung zum Quartalsende.
Das Performance-Geschäft wuchs um 14 Prozent, getragen von Laufen, Training und Fußball. Die WM-Euphorie wirkte bis zum 19. Juli nach. Parallel dazu soll neue Ware die nachlassende Dynamik der Modelle Samba und Gazelle abfedern, etwa der Laufschuh Adizero Adios Pro Evo 3.
Prognose mit Reinvestition
Für 2026 peilt Adidas nun einen Betriebsgewinn von rund 2,5 Milliarden Euro an, zuvor waren es 2,3 Milliarden. Rechnerisch wären 2,6 Milliarden möglich gewesen.
Das Unternehmen will jedoch etwa 100 Millionen Euro reinvestieren, um die mittelfristigen Profitabilitätsziele zu stützen. Das Umsatzziel bleibt bei einem währungsbereinigten Plus von 9 bis 10 Prozent.
Die Marge soll 2027 auf 10 Prozent und 2028 darüber steigen. Die Marketingausgaben legten im Quartal um 4 Prozent auf 833 Millionen Euro zu, auch wegen der Investitionen rund um die Weltmeisterschaft. Zuletzt schloss die Aktie bei 158,05 Euro.
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