Rekordumsatz, angehobene Umsatzprognose, starkes Direktgeschäft: Operativ läuft es bei Adidas. An der Börse kommt davon bislang wenig an. Piper Sandler bestätigt nun sein Kursziel, schraubt aber die Gewinnschätzungen nach unten.
Niedrigere Schätzungen, unveränderte Einstufung
Die Analysten behalten ihr Votum „Overweight“ und das Kursziel von 180 Euro bei. Grundlage sind Gespräche mit dem Management in der vergangenen Woche.
Gleichzeitig kappt das Haus die Erwartungen für das dritte Quartal 2026 sowie für die Geschäftsjahre 2026 und 2027. Für 2026 rechnet es nun mit einem Gewinn je Aktie von 8,84 Euro, für 2027 mit 10,88 Euro.
Im Schuhgeschäft erwartet Piper Sandler im dritten Quartal eine Seitwärtsbewegung. Im vierten Quartal soll das Segment anziehen. Der Großhandel bleibt gebremst, weil Adidas die Lagerbestände im Handel seit dem vierten Quartal 2025 bewusst abbaut. Die Analysten werten das als frühen und vorausschauenden Schritt.
Direktgeschäft vorn, Marge im Blick
Das eigene Geschäft mit Endkunden dürfte im zweiten Halbjahr weiter schneller wachsen als der Großhandel. 2027 soll sich der Kanalmix ausgleichen. Zudem erwartet Piper Sandler dann eine höhere Bruttomarge, getrieben von Absicherungsgewinnen. Die Marketingquote dürfte stabil bleiben oder leicht sinken, während das Unternehmen mehr Kapital im Umlaufvermögen bindet.
Die Bewertung nennen die Analysten nicht überzogen: Mit dem 13-Fachen des Gewinns sei die Aktie angesichts eines Umsatzwachstums im hohen einstelligen Prozentbereich moderat bewertet. Zwei Vorbehalte bleiben. Die Konsensschätzungen für das kommende Jahr wirken aus ihrer Sicht ambitioniert, und der Rabattdruck im Schuhgeschäft belastet kurzfristig.
Andere Häuser sehen mehr Luft
Das Analystenbild fällt überwiegend positiv aus. StoneX bleibt bei „Buy“ mit einem Ziel von 200 Euro und traut Adidas zu, die Branche zu übertreffen. Bernstein hebt die dezentrale Struktur des Konzerns als Stärke hervor, weil sie schnelle Reaktionen auf die Nachfrage erlaube. Der Konzern selbst hält an seiner Erwartung von rund sechs Prozent Wachstum im zweiten Halbjahr fest.
Der ADR-Kurs gab zuletzt knapp zwei Prozent nach. Auf Jahressicht steht ein Minus von rund 25 Prozent. Neue Orientierung dürften die Quartalszahlen am 29. Oktober liefern. Dann zeigt sich, ob die Schuhsparte wie von Piper Sandler erwartet im dritten Quartal stagniert und der Großhandel weiter schrumpft.
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