Acht Siege bei den großen Marathonläufen des Jahres, ein Rekordquartal und ein Rivale in der Umbauphase: Adidas hofft am Wochenende in New York auf die Krönung einer starken Laufsaison. Der Konzern liegt im Wettstreit der Supershoes derzeit vor Nike.
Laufsparte wächst zweistellig
Im Laufsegment legte der Umsatz im dritten Quartal um 19 Prozent zu. Der operative Gewinn erreichte 1,01 Milliarden Euro und traf damit die Markterwartungen exakt. Für das Schlussquartal peilt das Unternehmen nach einem schwächeren Verlauf in Europa wieder Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an.
Beim New York City Marathon am Sonntag setzt Adidas auf den Kenianer Benson Kipruto, der seinen Titel verteidigt. Die Läufe sind für den Konzern mehr als Imagepflege. Im Laufsport verkauft sich ein Schuh laut Adidas nur, wenn er Rennen gewinnt. Ein Fußballstar könne ein Produkt sofort pushen, bei Läufern brauche es sportliche Glaubwürdigkeit.
Tempo statt Tradition
Nike setzte 2017 mit dem Vaporfly den Maßstab und gewann 2019 zehn von zwölf möglichen Titeln bei den Majors. Adidas brachte 2020 seinen ersten Carbon-Rennschuh und stellte drei Jahre später die Entwicklung um. Die Kernarbeit an der aktuellen Elite-Linie „Evo“ dauerte neun Monate, bei normalen Laufschuhen sind es 18 bis 24 Monate. Mehr als 100 Mitarbeiter arbeiten heute an Laufschuhinnovationen, vor einigen Jahren waren es wenige Dutzend.
Nike hält dagegen. Die Laufsparte wächst dort das sechste Quartal in Folge zweistellig, in Chicago stellte der Konzern sechs der zehn besten Männer. Zugleich vertieft Nike seinen Konzernumbau mit weiteren Stellenstreichungen.
Analysten und Chartbild
JPMorgan hob das Kursziel von 210 auf 230 Euro und beließ das Votum bei „Overweight“. Analystin Wendy Liu verweist darauf, dass Adidas in einem schwierigen Umfeld weiter Marktanteile gewinne. Die DZ Bank erhöhte ihr Ziel von 205 auf 209 Euro und bleibt bei „Buy“.
Charttechnisch hat die Aktie die Marke von 165 Euro überwunden. Als nächste Etappen gelten 170,95 und 179,25 Euro, womit eine seit Ende Juli offene Kurslücke geschlossen wäre. Auf der Unterseite markiert der 200-Tage-Durchschnitt bei 158,78 Euro die wichtige Haltelinie. Fällt die Aktie deutlich darunter, rücken 148,75 Euro in den Blick.
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