Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller geht mit bestätigten Zielen in die zweite Jahreshälfte. Nach einem Austausch mit dem Bereich Investor Relations bekräftigte das Management die Ziele für das zweite Halbjahr 2026. Die Dynamik soll sich dabei gleichmäßig auf das dritte und vierte Quartal verteilen.
Absatzkanäle und Saisoneffekte im Fokus
Im dritten Quartal stützen vor allem Direktverkäufe an Endkunden das Geschäft, getrieben durch eine anhaltende Nachfrage im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft. Demgegenüber steht der Großhandel unter Druck. Adidas beteiligt sich in Europa und den USA nicht an den dort grassierenden Rabattaktionen, was das kurzfristige Volumen im Zwischenhandel dämpft.
Für das vierte Quartal zeichnet sich jedoch eine Belebung der Großhandelsaufträge ab. Während der Absatz im Schuhsegment im dritten Quartal stagnierte, rechnet das Unternehmen für die letzten drei Monate des Jahres wieder mit steigenden Erlösen bei Schuhen.
Zugleich fällt die Vergleichsbasis im vierten Quartal anspruchsvoller aus, da im Vorjahreszeitraum umfangreiche Verkäufe von Trikots und Bällen verbucht wurden.
Von der Währungsseite könnte sich im dritten Quartal eine Entlastung ergeben: Positive Wechselkurseffekte versprechen einen rechnerischen Rückenwind von bis zu 100 Basispunkten. Die detaillierten Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal will der Konzern am 29. Oktober vorlegen.
Reaktionen der Analystenhäuser
Die Signale aus der Konzernzentrale stießen bei Analysten auf ein geteiltes Echo. Die Experten verwiesen auf die intakten Wachstumsaussichten und die Bestätigung der Jahresziele durch die Unternehmensführung.
Einen vorsichtigeren Ton schlug Deutsche Bank Research an. Das Haus reduzierte das Kursziel für die Adidas-Aktie moderat von 210 auf 205 Euro, beließ die Einstufung aber auf „Buy“. Analyst Adam Cochrane begründete den Schritt mit dem spürbar gestiegenen Gegenwind für die gesamte Branche im dritten Quartal.
Vor diesem Hintergrund seien die Jahresziele des Managements inzwischen als realistisch und weniger als konservativ einzustufen. Das Papier sei in den vergangenen Monaten für Anleger ein herausforderndes Engagement gewesen, was jedoch nicht auf hausgemachte Fehler des Konzerns zurückzuführen sei.
Kursgeschehen spiegelt Branchenkontrast
An der Börse zeigte sich der Titel zuletzt widerstandsfähig gegenüber den Turbulenzen beim US-Konkurrenten Nike, der mit schwachen Geschäftszahlen und einer reduzierten Prognose die gesamte Branche belastete. Zum Wochenausklang am Freitag schloss die Adidas-Aktie bei 144,25 Euro, was einem Tagesgewinn von 0,7 Prozent entsprach.
Trotz der jüngsten Stabilisierung hinterlässt das anspruchsvolle Marktumfeld Spuren in der längerfristigen Bewertung. Mit dem aktuellen Niveau notiert das Papier rund 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 200,90 Euro. Ob sich der Abstand zur Jahresspitze wieder verringern lässt, dürfte maßgeblich vom anstehenden Zahlenwerk Ende Oktober und der Bestätigung der Margenziele für das Schlussquartal abhängen.
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