Adidas setzt in China auf lokale Produktentwicklung und flexible Lieferketten. Diese Ausrichtung begleitet eine anhaltende Wachstumsserie, während Wettbewerber Nike dort deutliche Einbußen verzeichnet. Für Anleger liegt darin ein wichtiger Unterschied: China gewinnt für Adidas an Bedeutung, obwohl sich die beiden Marken auf demselben Markt sehr unterschiedlich entwickeln.
Wachstum mit größerem Gewicht
Wie die Nachrichtenagentur Italpress heute berichtet, erreichte Adidas in China das 14. Quartal in Folge mit steigenden Umsätzen. Im dritten Quartal 2026 wuchsen die Erlöse dort währungsbereinigt um 13%.
Die Serie spricht für eine Entwicklung, die über ein einzelnes starkes Quartal hinausgeht. Zugleich rückt die Frage in den Vordergrund, welchen Beitrag China zur gesamten Geschäftsentwicklung leisten kann. Die lokale Produktentwicklung und flexible Lieferketten bilden dabei zentrale Elemente der Ausrichtung.
Der Anteil von Greater China am Konzernumsatz stieg im dritten Quartal auf 15,7%. Im Vorjahreszeitraum waren es 14,3%. Damit gewann die Region innerhalb des Konzerns an Gewicht.
Das Wachstum beschränkt sich auch nicht auf den jüngsten Berichtszeitraum. In den ersten neun Monaten 2026 erreichte Adidas in China einen Umsatz von 3,227 Milliarden Euro. Das entsprach einem Plus von 15% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Nike zeigt die andere Marktseite
Der Vergleich mit Nike macht deutlich, dass sich die Entwicklung von Adidas nicht pauschal auf den chinesischen Markt übertragen lässt. Beide Unternehmen berichten über unterschiedliche Quartalszeiträume. Der Vergleich liefert deshalb eine Richtung, aber keinen vollständig deckungsgleichen Leistungsvergleich.
Nike meldete für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2027 in Greater China einen Umsatzrückgang von 22% auf 1,18 Milliarden Dollar. Dieser Berichtszeitraum umfasste Juni bis August, während das Adidas-Quartal von Juli bis September reichte.
Bei Nike sehen Analysten die Erholung von lokaler Produktinnovation abhängig. Adidas setzt bereits auf lokale Produktentwicklung. Das ist ein relevanter strategischer Unterschied, auch wenn daraus allein keine gesicherte Erklärung für die auseinanderlaufenden Umsätze folgt.
China gleicht regionale Schwächen aus
Für Adidas ist die Stärke in China besonders wichtig, weil das Wachstum regional ungleich verteilt ist. Die jüngsten Quartalsergebnisse zeigen keine durchgehend positive Entwicklung in allen Absatzmärkten.
Während China zulegte, sank der währungsbereinigte Umsatz in Europa im dritten Quartal 2026 um 4%. In Nordamerika stieg er dagegen um 12%.
Die Einordnung für Anleger fällt damit differenziert aus: Adidas verfügt in China über eine anhaltende Wachstumsserie und eine steigende Umsatzbedeutung. Das stärkt die regionale Basis des Konzerns. Eine flächendeckende Beschleunigung des Geschäfts lässt sich daraus angesichts der europäischen Schwäche jedoch nicht ableiten.
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