Vor der Fußball-Weltmeisterschaft rollt eine Welle gefälschter Trikots durch den Markt — und Adidas steht dabei besonders im Fokus der Fälscher. Für den Konzern bedeutet das nicht nur Imageschaden, sondern echten Umsatzdruck.
Ein Milliardenmarkt im Verborgenen
Das Ausmaß ist beträchtlich. Gefälschte Sportartikel verursachen in der EU laut einer EUIPO-Schätzung von 2024 jährlich rund 850 Millionen Euro Schaden — etwa elf Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Deutschland zählt dabei zu den besonders betroffenen Märkten.
Fast jeder fünfte Deutsche hat bereits ein Fußballtrikot erworben, das vermutlich keine Originalware war. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 31 Prozent. Das Kalkül ist simpel: Ein Fälschungsprodukt kostet auf Urlaubsmärkten 15 bis 20 Euro, das Original rund 100 Euro.
Adidas kämpft mit QR-Codes und Behörden
Der Konzern reagiert mit einer Kombination aus Technik und Rechtsdurchsetzung. Sicherheitsmerkmale wie QR-Codes und spezielle Etiketten sollen Originalprodukte identifizierbar machen. Parallel arbeitet Adidas nach eigenen Angaben eng mit Behörden zusammen, um Markenrechtsverletzungen zu verfolgen — der Schwerpunkt liegt dabei auf Händlern, Importeuren und sogenannten Fakeshops.
Die Strafverfolgung bleibt trotzdem zäh. Verkäufer sitzen häufig im Ausland, Klarnamen sind schwer zu ermitteln, die Vollstreckung kostspielig. Der Zoll stellte 2025 zwar rund 4,6 Millionen gefälschte Produkte verschiedener Art sicher — eine belastbare Aufschlüsselung nach Trikots existiert jedoch nicht.
Immerhin: Der Abverkauf der originalen WM-Trikots läuft laut Intersport-Chef Alexander von Preen derzeit sehr gut. Die Nachfrage nach Originalprodukten hält also trotz des Fälschungsmarkts Stand — was darauf hindeutet, dass echte Fans weiterhin zum Original greifen. Für Adidas ist das die entscheidende Botschaft vor dem größten Fußballevent des Jahres.
Adidas-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Adidas-Analyse vom 05. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Adidas-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Adidas-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
