Die Analysten der britischen Bank Barclays sehen für den Sportartikelhersteller Adidas deutliches Aufwärtspotenzial. Nach einer Phase der Kursstagnation richten sich die Blicke nun auf die kommenden Wochen, in denen strategische Impulse für eine Erholung der Aktie sorgen könnten. Besonders die bevorstehenden Innovationstage am 23. und 24. September gelten unter Experten als entscheidender Termin für die künftige Markteinschätzung.
Analysten setzen auf Innovationstage
Barclays-Analystin Viktoria Petrova hat die Einstufung für das Papier am Mittwoch von „Equal Weight“ auf „Overweight“ angehoben. Gleichzeitig schraubte sie das Kursziel von zuvor 190 Euro auf nun 210 Euro nach oben.
In ihrer Begründung verwies die Expertin auf die Erwartung, dass das Management im Rahmen der Innovationstage neue mittelfristige Ziele präsentieren könnte. Solche Ankündigungen gelten am Markt oft als Katalysator für institutionelle Anleger.
Medienberichten zufolge reagierte der Titel bereits kurz nach der Veröffentlichung der Studie mit einem zwischenzeitlichen Plus von mehr als 2 Prozent. Dennoch bleibt die bisherige Jahresbilanz für Investoren eine Herausforderung.
Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 12 %. Mit dem Schlusskurs vom gestrigen Freitag bei 148,70 Euro notiert die Aktie zudem deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 200,90 Euro, von dem sie derzeit um 26 % entfernt ist.
Neue Partnerschaften im Osten
Abseits der Finanzanalysen treibt Adidas seine operative Präsenz in Europa weiter voran. Am Dienstag kündigte der tschechische Fußballverband FAČR an, dass das Unternehmen aus Herzogenaurach neuer langfristiger Ausrüster und strategischer Partner aller Nationalteams des Landes wird. Die offizielle Zusammenarbeit und der Verkaufsstart der ersten Kollektion sind für am Montag vorgesehen.
Parallel zur Stärkung im Sportsegment setzt der Konzern auf neue Impulse im Lifestyle-Bereich. Am Dienstag startete die Marke Adidas Originals den europaweiten Vertrieb einer neuen Apparel-Kollektion über eigene digitale Kanäle und ausgewählte Handelspartner.
Diese Produktoffensiven folgen auf eine Phase, in der das Unternehmen bereits durch gezielte Marketingmaßnahmen wie die MLS Archive Collection versuchte, die Nachfrage zu stabilisieren, was den Kursverfall in den vergangenen drei Wochen um rund 6,9 % jedoch nicht vollständig stoppen konnte.
Gemischte Quartalsbilanz als Fundament
Die strategischen Neuausrichtungen basieren auf den Ergebnissen des zweiten Quartals, die Adidas am 30. Juli vorgelegt hatte. Der Konzern konnte in diesem Zeitraum den Umsatz auf 6,74 Milliarden Euro steigern, nachdem im Vorjahresquartal noch 5,95 Milliarden Euro erlöst worden waren. Trotz des Umsatzwachstums gab das Ergebnis je Aktie (EPS) leicht nach und lag bei 2,02 Euro, verglichen mit 2,07 Euro im Vorjahr.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass das Unternehmen zwar wächst, die Profitabilität jedoch noch unter Druck steht. Anleger warten nun darauf, ob die für Ende September angekündigten Innovationstage konkrete Wege aufzeigen, wie die operativen Margen in einem schwierigen Marktumfeld wieder nachhaltig gesteigert werden können. Das ambitionierte Kursziel von Barclays deutet darauf hin, dass Profis dem Konzern diesen Schritt zutrauen, sofern die Produktpipeline und die globale Markenstrategie überzeugen.
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