Adidas steht vor einer richtungsweisenden Woche. Der Sportartikelhersteller gehört zu den elf Dax-Konzernen, die in den kommenden Tagen ihre Geschäftszahlen vorlegen. Die Aktie notiert bei 180,20 Euro, minimal unter dem gestrigen Schlusskurs von 181,30 Euro. Die entscheidende Frage: Bestätigen die Zahlen die Erholung – oder bricht die Rally ab?
Ausgangslage: Stabil, aber abwartend
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 6,60 Prozent zu Buche. Die 7-Tage-Bilanz zeigt dagegen nur 0,59 Prozent Bewegung. Anleger positionieren sich vorsichtig, bevor die Zahlen kommen.
Die Aktie hat sich deutlich vom 52-Wochen-Tief bei 130,20 Euro aus dem März gelöst. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 14,13 Prozent. Die Aufwärtsbewegung ist intakt – aber noch nicht durch frische Quartalsdaten bestätigt.
Die entscheidende Kennzahl: die operative Marge
Der Umsatz wuchs zuletzt, gestützt durch geschickte Produktplatzierungen. Die eigentliche Bewertungsfrage liegt woanders: Kann Adidas steigende Rohstoff- und Logistikkosten kompensieren? Nur wenn das Management eine überzeugende operative Marge zeigt, dürfte der Markt an eine Rückkehr zu alten Rekordwerten glauben.
Der RSI steht bei 53,8 – ein neutraler Wert. Die Aktie ist weder überkauft noch überverkauft. Die nächste größere Bewegung entscheidet sich also nicht am Chart, sondern in der Bilanz.
Bullisches Szenario: Blick auf das Jahreshoch
Für die Bullen spricht die relative Stärke gegenüber dem Frühjahrstief. Adidas notiert bereits 38,40 Prozent über seinem Jahrestief. Übertreffen die Zahlen die Erwartungen, könnte die Aktie zügig an das 52-Wochen-Hoch von 198,65 Euro aus dem Juli 2025 heranrücken. Aktuell liegt der Abstand dorthin bei 9,29 Prozent.
Ein Ausbruch über diese Marke würde den langfristigen Aufwärtstrend bestätigen. Die gleitenden Durchschnitte über 100 und 200 Tage liegen beide nahe 157 Euro und bilden eine solide Unterstützung. Positive Impulse aus dem Kerngeschäft hätten damit ausreichend Rückenwind von unten.
Bärisches Szenario: Geopolitik als Bremsklotz
Das größte Risiko liegt außerhalb der Bilanz. Spannungen im Nahen Osten sorgen für Volatilität an den Energiemärkten – mit direkten Folgen für Lieferketten eines global exportierenden Unternehmens wie Adidas. Die annualisierte Volatilität von 28,20 Prozent zeigt: Die Aktie bleibt anfällig für Rücksetzer.
Schwächelt zusätzlich die Konsumstimmung in China oder den USA, wächst der Druck. Enttäuscht der Ausblick im Quartalsbericht, könnte die Aktie zunächst Richtung 50-Tage-Durchschnitt bei 174,00 Euro zurückfallen. Ein deutliches Unterschreiten dieser Marke würde das bullische Chartbild der vergangenen Monate infrage stellen.
Ausblick: Alles hängt an den Zahlen
Die kurzfristige Richtung entscheidet sich an den Details des Finanzberichts Ende Juli. Verteidigt die Aktie die 174-Euro-Marke auf Schlusskursbasis, spricht die technische Struktur für eine Fortsetzung des Erholungskurses.
Fällt die Prognose für das zweite Halbjahr 2026 vorsichtiger aus als erwartet, dürfte die Volatilität zunehmen. Das Papier könnte dann in eine Seitwärtsrange rutschen. Der konkrete Termin: die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen und die anschließende Analystenkonferenz. Im Fokus stehen dort vor allem Aussagen zum Lagerbestand und zur Nachfrage in Asien.
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