Der Sportartikelhersteller Adidas setzt vor den anstehenden Quartalszahlen auf neue Modellreihen. Nach einer schwächeren Branchenphase legte das Papier am heutigen Freitag um 1,7 Prozent zu und notierte bei 149,50 Euro. Anleger wägen derzeit die Impulse aus dem Sortiment gegen eine gebremste Nachfrage im weltweiten Sportartikelmarkt ab.
Der Druck auf den Sektor hatte sich zuletzt spürbar verstärkt. Schwache Geschäftszahlen und ein vorsichtiger Ausblick des US-Konkurrenten Nike hatten Anfang des Monats die gesamte Branche belastet, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Bei Adidas richtet sich das Augenmerk nun darauf, ob eigene Verkäufe der allgemeinen Kaufzurückhaltung trotzen können.
Analysten passen Gewinnerwartungen an
Vor diesem Hintergrund traten zu Wochenbeginn mehrere Analysehäuser auf die Bremse. Die Schweizer Großbank UBS stufte die Aktie am Montag weiterhin mit „Neutral“ ein und reduzierte das Kursziel von 173 auf 160 Euro. Analyst Robert Krankowski begründete diesen Schritt mit Gegenwind im Jahr 2027 sowie gekürzten Schätzungen für den Gewinn je Aktie.
Auch das US-Analysehaus Piper Sandler passte am Montag seine Modellrechnungen an. Die Experten bestätigten zwar ihre Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 180,00 Euro. Allerdings senkten sie ihre Gewinnprognosen für das dritte Quartal sowie die Geschäftsjahre 2026 und 2027. Für das laufende Quartal rechnet das Haus mit einer Stagnation im Schuhsegment, bevor sich das Geschäft zum Jahresende wieder beschleunigen soll.
Neue Modelle gegen die Marktabkühlung
Der Konzern reagiert auf das Umfeld mit einer dichten Taktung bei den Produktvorstellungen. Am Dienstag kündigte das Unternehmen eine Sonderedition des Fußballschuhs David Beckham Predator an. Der Schuh greift das Jubiläum eines bekannten Freistoßes des früheren englischen Nationalspielers vor 25 Jahren auf.
Bereits Ende September erweiterte das Unternehmen sein Angebot im Radsport. Mit Modellen wie dem FREERIDER PRO BOA zielt die Marke auf Mountainbike-Fahrer ab. Durch solche Nischenangebote und Sondereditionen will der Hersteller die Nachfrage stützen.
Blick auf den Neunmonatsbericht
Klarheit über die geschäftliche Entwicklung erhalten Marktteilnehmer am 29. Oktober. An diesem Tag legt der Konzern die Ergebnisse für die ersten neun Monate 2026 vor. Die Zahlen werden zeigen, wie sich das kontrollierte Händlergeschäft im internationalen Vertrieb niedergeschlagen hat.
Für den Aktienkurs geht es dabei um eine Trendwende. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus im Papier auf 12 Prozent. Der anstehende Zwischenbericht dürfte darüber entscheiden, ob die neuen Sortimentsimpulse ausreichen, um die Gewinnerwartungen für das Schlussquartal zu sichern.
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