Adidas Aktie: 30. Juli entscheidet über WM-Effekt

Adidas überrascht mit Verzicht auf vorläufige Quartalszahlen. Trotz WM-Effekt und Aktienrückkäufen warten Anleger gespannt auf den Bericht am 30. Juli.

Auf einen Blick:
  • Keine vorläufigen Eckdaten veröffentlicht
  • Jahresprognose von 2,3 Milliarden Euro bestätigt
  • Aktienrückkaufprogramm zu höheren Kursen fortgesetzt
  • Neue Kollektionen und Analystenoptimismus

Adidas hat am Freitag auf die sonst übliche Veröffentlichung vorläufiger Eckdaten vor dem Halbjahresbericht verzichtet. Der Markt hatte angesichts der erfolgreichen Fußball-WM mit positiven Vorabsignalen gerechnet. Laut dpa-AFX werteten Händler das Schweigen des Konzerns als Warnsignal, obwohl das sportliche Großereignis dem Unternehmen eigentlich Rückenwind hätte geben sollen.

Die Aktie schloss den Handelstag am Freitag bei 172,50 Euro und legte damit noch um 1,05 Prozent zu. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Minus von 4,17 Prozent stehen – ein Ergebnis, das die Verunsicherung rund um die ausbleibenden Flash Results widerspiegelt. Der Titel notiert derzeit nahezu exakt auf seinem 50-Tage-Durchschnitt von 172,03 Euro und damit in einer Phase, in der Anleger auf klare Signale warten.

Prognose steht, Belastungen bleiben eingepreist

Trotz der Unsicherheit rund um die fehlenden Vorab-Zahlen hält Adidas an seiner Jahresprognose für 2026 fest. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro. In dieser Zahl stecken bereits Belastungen durch US-Zölle und ungünstige Währungseffekte von zusammen etwa 400 Millionen Euro. Das Management signalisiert damit, dass die bekannten Gegenwinde aus Handelspolitik und Wechselkursen kalkuliert sind – die entscheidende Frage für Investoren bleibt jedoch, ob der WM-Effekt auf der Umsatzseite die Erwartungen tatsächlich erfüllt.

Genau diese Antwort liefert erst der offizielle Bericht. Adidas veröffentlicht die Finanzergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 am 30. Juli. Die Zahlen für das dritte Quartal folgen am 29. Oktober. Bis dahin dürfte der Markt die Aktie tendenziell mit Vorsicht handeln, zumal der RSI von 42,8 auf eine eher neutrale bis leicht angeschlagene Stimmungslage hindeutet.

Rückkaufprogramm läuft weiter, neue Kollektionen kommen auf den Markt

Parallel zur angespannten Nachrichtenlage setzt Adidas sein Aktienrückkaufprogramm fort. Laut einer Mitteilung über EQS News und Börse Frankfurt erwarb der Konzern bis zum 17. Juli insgesamt 962.604 eigene Aktien im Rahmen der zweiten Tranche. Allein in der Woche vom 13. bis 17. Juli kaufte das Unternehmen 268.915 Anteile zu Kursen zwischen 180,56 und 183,30 Euro zurück – Niveaus, die deutlich über dem aktuellen Kurs liegen. Das unterstreicht, dass der jüngste Rückgang die Einstandskurse des Programms bereits unterschritten hat.

Auf der operativen Seite bleibt Adidas markenseitig aktiv: Mit „Originals Sport“ brachte das Unternehmen am Donnerstag eine neue Kollektion auf den Markt, die Lifestyle-Elemente der Marke Originals erstmals mit dem Performance-Training-Segment verbindet. Bereits am Dienstag stellte der Konzern zudem die Silhouette „Hyperboost Euphoria“ vor, die auf der Mittelsohlen-Technologie „Hyperboost Edge“ basiert. Solche Produktlaunches ändern kurzfristig wenig am Kursverlauf, zeigen aber, dass Adidas sein Portfolio zwischen Lifestyle und Sportperformance kontinuierlich erweitert.

Analystenblick bleibt optimistisch

Aus dem Analystenlager kam Mitte Juli eine positive Einschätzung: JPMorgan-Analystin Wendy Liu bestätigte am 17. Juli die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 230 Euro. Sie begründete dies mit einer im Vergleich zum Wettbewerber Nike derzeit deutlich solideren Markendynamik von Adidas. Zwischen diesem Kursziel und dem aktuellen Niveau liegt weiterhin erheblicher Spielraum, allerdings datiert die Einschätzung bereits gut eine Woche zurück und dürfte im Licht der kommenden Quartalszahlen neu bewertet werden.

Für Anleger verdichtet sich damit alles auf einen einzigen Termin: den 30. Juli. Erst dann zeigt sich, ob die ausbleibenden Vorab-Daten tatsächlich ein Warnsignal waren oder ob Adidas die WM-Impulse in solide Zahlen ummünzen konnte.

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