Adidas hat sein Aktienrückkaufprogramm im August fortgeführt und dabei allein an drei Handelstagen fast 400.000 eigene Aktien vom Markt genommen. Nach Unternehmensangaben kaufte der Konzern am 10. August 76.567 Aktien zu einem volumengewichteten Durchschnittskurs von 166,4986 Euro, am 11. August 78.480 Aktien zu 163,7577 Euro und am 12. August 240.596 Aktien zu 159,9232 Euro. Insgesamt summierte sich die zweite Tranche des Programms bis zu diesem Datum auf 2.948.323 zurückerworbene Aktien.
Das Rückkaufprogramm läuft bereits seit Anfang Februar und wurde im Juni mit einer zweiten Tranche verlängert. Die kontinuierliche Fortführung signalisiert, dass der Vorstand trotz des schwierigen Kursumfelds an der Kapitalrückführung an die Aktionäre festhält.
Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 153,45 Euro – damit liegt sie rund 24 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde. Die zuletzt gezahlten Rückkaufkurse zwischen 160 und 166 Euro liegen damit spürbar über dem aktuellen Niveau.
Analystenhäuser mit unterschiedlicher Tendenz
Die Einschätzungen der Investmentbanken zu Adidas gehen derzeit auseinander. JPMorgan bestätigte am 21. August die Einstufung „Overweight“ und beließ das Kursziel bei 230 Euro – eines der höchsten am Markt kursierenden Kursziele. Wenige Tage zuvor, am 19. August, bekräftigte RBC Capital Markets die Einstufung „Outperform“.
Deutlich zurückhaltender äußerte sich UBS Mitte August: Die Schweizer Bank senkte das Kursziel von 219 auf 173 Euro und stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab. Auch Goldman Sachs reduzierte Anfang August sein Kursziel, von 185 auf 180 Euro, bei unveränderter „Neutral“-Einstufung. Die Bandbreite der Kursziele – von 173 bis 230 Euro – zeigt, wie unterschiedlich die Häuser die weiteren Aussichten des Sportartikelherstellers derzeit bewerten.
Kursverlauf spiegelt die Unsicherheit
Der Kursrückgang der vergangenen 30 Tage von 15 Prozent verdeutlicht, dass die positiveren Stimmen von JPMorgan und RBC den Markt bislang nicht überzeugen konnten. Auch die anhaltenden Aktienrückkäufe haben den Abwärtstrend nicht gestoppt – ein Hinweis darauf, dass die Verunsicherung der Anleger tiefer sitzt als operative Einzelfragen.
Hintergrund der gedämpften Stimmung dürfte auch die im August berichtete Belastung durch US-Zölle sein: Laut Reuters rechnet Adidas mit Rückerstattungen zwischen 250 und 300 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Zollzahlungen. Ob und wann diese Rückzahlungen tatsächlich fließen, blieb in der Berichterstattung offen.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus fortgesetzten Rückkäufen, gespaltenen Analystenmeinungen und ungeklärten Zollfragen damit unübersichtlich – die kommenden Wochen dürften zeigen, welche der beiden Lager an den Kapitalmärkten recht behält.
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