Der IT-Dienstleister Adesso hat am vergangenen Freitag seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und dabei ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ergebnis ausgewiesen.
Das Unternehmen profitierte insbesondere von der hohen Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und einer verbesserten operativen Effizienz. Trotz der positiven operativen Entwicklung verzeichnete die Aktie am vergangenen Freitag einen Kursrückgang von 5,2 Prozent.
Wachstum durch Künstliche Intelligenz
Im Berichtszeitraum stieg der Umsatz von Adesso organisch um 13 Prozent auf 794,3 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) entwickelte sich mit einem Plus von 21 Prozent auf 45,8 Millionen Euro überproportional zum Umsatz. Damit verbesserte sich die EBITDA-Marge auf 5,8 Prozent, nachdem sie im Vorjahreszeitraum bei 5,4 Prozent gelegen hatte.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das Geschäft mit generativer KI (GenAI), in dem das Unternehmen im ersten Halbjahr neue Aufträge mit einem Volumen von 73,7 Millionen Euro verbuchen konnte.
Besonders dynamisch entwickelten sich laut Unternehmensangaben die Branchensegmente Energieversorgung (Utilities) mit einem Zuwachs von 32 Prozent und das Versicherungswesen (Insurance) mit einem Plus von 22 Prozent. Auch die Bereiche Handel (Retail) mit 15 Prozent und das Bankenwesen mit 14 Prozent trugen zum Wachstum bei.
Um die Position im Versicherungssektor weiter zu stärken, übernahm Adesso am vergangenen Mittwoch den Spezialisten für KI-gestützte Schadenabwicklung omni:us. Die Akquisition soll das Portfolio im Bereich der Versicherungswirtschaft erweitern.
Effizienzsteigerung und bestätigte Jahresziele
Neben dem Umsatzwachstum legte das Management einen Fokus auf die Profitabilität. Während die Erlöse um 13 Prozent zulegten, stieg die Zahl der Mitarbeiter im Jahresvergleich lediglich um 9 Prozent.
Medienberichten zufolge ist diese Produktivitätssteigerung auf den verstärkten Einsatz interner KI-Tools sowie den Ausbau von SmartShore-Kapazitäten zurückzuführen. Bereits im ersten Quartal hatte sich eine Erholung der Ertragslage abgezeichnet, als das Unternehmen nach einem Vorjahresverlust wieder einen Nettogewinn von 2,7 Millionen Euro ausweisen konnte.
Auf Basis der Ergebnisse des ersten Halbjahres bestätigte der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Adesso erwartet weiterhin einen Umsatz in einer Spanne von 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro. Das EBITDA soll zwischen 130 und 150 Millionen Euro liegen. Langfristig wird eine EBITDA-Marge von 8,5 Prozent angestrebt.
Kursreaktion und Marktumfeld
Trotz der bestätigten Ziele und des Gewinnwachstums steht die Aktie an der Börse weiterhin unter Druck. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 34 Prozent. Der Wert leidet unter der allgemeinen Volatilität im IT-Sektor und konnte die Verluste der vergangenen Monate bisher nicht nachhaltig ausgleichen.
Dennoch notiert das Papier derzeit 24 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 47,30 Euro, das Ende Juni markiert wurde. Anleger blicken nun auf die Umsetzung der Wachstumsstrategie in der zweiten Jahreshälfte, um zu bewerten, ob die Effizienzgewinne ausreichen, um das obere Ende der Gewinnprognose zu erreichen.
Die Integration des neu erworbenen KI-Spezialisten omni:us und die weitere Skalierung des GenAI-Portfolios bleiben dabei die zentralen Faktoren für die kommenden Quartale.
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