Der IT-Dienstleister Adesso hat am heutigen Freitag seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und blickt trotz eines herausfordernden Marktumfelds auf ein zweistelliges Wachstum zurück. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten organisch um 13 Prozent auf 794,3 Millionen Euro.
Trotz dieser positiven operativen Entwicklung reagiert der Kapitalmarkt am Freitag zunächst mit Zurückhaltung: Das Papier notiert aktuell bei 58,90 Euro, was einem Rückgang von 3,9 Prozent entspricht.
Wachstumstreiber Energie und künstliche Intelligenz
Besonders kräftige Zuwächse verzeichnete Adesso in der Branche Utilities, die ein Plus von 32 Prozent erzielte. Auch das Segment Insurance trug mit einer Steigerung von 22 Prozent maßgeblich zum Gesamtergebnis bei. In Deutschland kletterten die Erlöse um 12 Prozent, während das Auslandsgeschäft mit einem Zuwachs von 16 Prozent eine noch höhere Dynamik an den Tag legte.
Ein zentraler Fokus der Geschäftstätigkeit liegt zunehmend auf Projekten im Bereich der generativen künstlichen Intelligenz (GenAI). Medienberichten zufolge beläuft sich der Auftragseingang in diesem zukunftsträchtigen Feld für das erste Halbjahr auf 73,7 Millionen Euro.
Diese Aufträge verteilen sich auf insgesamt 72 Kunden, wobei 44 Prozent des Volumens aus Neugeschäft generiert wurden. Dieser Trend knüpft an die bereits vor rund zwei Wochen thematisierte Fachanalyse zu KI-Agenten an, die das wachsende Potenzial dieser Technologie für die Branche unterstrich.
Operative Erholung und Ergebnissituation
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich im Halbjahresvergleich überproportional um 21 Prozent auf 45,8 Millionen Euro. Damit erreichte Adesso eine EBITDA-Marge von 5,8 Prozent. Im reinen zweiten Quartal zeigte sich die Ertragskraft jedoch etwas schwächer: Mit 18,8 Millionen Euro lag das EBITDA in diesem Zeitraum um 9 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiter in seine personellen Kapazitäten. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg um 7 Prozent auf nunmehr 11.515 Vollzeitkräfte. Unter dem Strich belasteten jedoch verschiedene Faktoren das Konzernergebnis, sodass für das erste Halbjahr ein Verlust von 7,23 Millionen Euro ausgewiesen werden musste.
Strategische Zukäufe und Ausblick auf das Gesamtjahr
Um die Marktposition im Bereich der Versicherungs-IT weiter zu stärken, vollzog Adesso am Mittwoch die Übernahme von omni:us. Der Zukauf soll die Kompetenzen bei KI-basierten Lösungen für die Schadenbearbeitung erweitern. Dies ergänzt das bestehende Portfolio, zu dem unter anderem auch Projekte zur SAP-Migration gehören, über die bereits vor rund zwei Wochen berichtet wurde.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Angestrebt wird ein Umsatz zwischen 1,6 und 1,7 Milliarden Euro. Das EBITDA soll am Ende des Jahres eine Spanne von 130 bis 150 Millionen Euro erreichen.
Anleger blicken derweil auf die langfristige Entwicklung: Trotz der heutigen Kursverluste steht der aktuelle Wert weiterhin rund 25 Prozent über dem 52-Wochen-Tief.
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