Der spanische Infrastruktur-Riese Acs setzt trotz der jüngsten Marktturbulenzen im Technologiesektor verstärkt auf den Ausbau seiner Kapazitäten für Rechenzentren.
Während die Aktie in den vergangenen Monaten einen deutlichen Rücksetzer verkraften musste, signalisieren umfangreiche Projektverhandlungen und solide Halbjahreszahlen eine Fortsetzung des Wachstumskurses. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dabei die strategische Neuausrichtung auf die globale KI-Infrastruktur.
Umfangreiche Pipeline für digitale Infrastruktur
Medienberichten zufolge verhandelt der Konzern aktuell über neue Projekte im Bereich Rechenzentren mit einem Gesamtvolumen von rund 15 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht etwa einem Viertel der gesamten Pipeline des Unternehmens in diesem Segment, die mit 61,3 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Besonders die Tochtergesellschaft Turner spielt hierbei eine Schlüsselrolle: Dort machen Rechenzentren bereits 44 Prozent des Projektbestands aus.
Trotz der jüngsten Kursverluste, die unter anderem durch Forderungen führender KI-Entwickler nach einer Drosselung des Entwicklungstempos ausgelöst wurden, treibt ACS seine Expansion voran.
Am gestrigen Mittwoch notierte das Papier bei 93,55 Euro, was einen deutlichen Abstand zum bisherigen Jahresverlauf markiert. Aktuell steht der Kurs bei 92,95 Euro und damit rund 35 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 142,00 Euro, das am 7. Mai erreicht wurde.
Analysten sehen Erholungspotenzial
Experten des Analysehauses XTB bewerten die Positionierung von ACS positiv und verweisen auf den sogenannten „KI-Rebound“ sowie den massiven Ausbau von Datenzentren als langfristige Treiber.
Eine positive Netto-Cash-Position schütze das Unternehmen zudem vor den Auswirkungen hoher Zentralbankzinsen. Mögliche Belastungen durch schwankende Rohstoffpreise für Stahl, Kupfer oder Zement seien weitgehend über Preisanpassungsklauseln in den Verträgen abgesichert.
Laut einer von Reuters erhobenen Konsensschätzung von elf Analysten wird die Aktie mehrheitlich zum Kauf empfohlen. Das durchschnittliche Kursziel liegt demnach bei 134,54 Euro. Auch die Deutsche Bank bestätigte im August ihre Kaufempfehlung mit einem Ziel von 140 Euro. Demgegenüber äußerten sich die Analysten von Santander neutraler und nannten ein Kursziel von 104 Euro.
Fokus auf den Capital Markets Day im November
Die operativen Kennzahlen unterstreichen die Wachstumsambitionen des Konzerns. Im ersten Halbjahr 2026 konnte ACS einen Nettogewinn von 510 Millionen Euro erzielen, was einer Steigerung von 13,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Der Auftragsbestand kletterte auf vergleichbarer Basis um 21 Prozent auf über 105,8 Milliarden Euro. Allein im Bereich der Rechenzentren wurden in der ersten Jahreshälfte Aufträge im Wert von 19,4 Milliarden Euro vergeben.
Besondere Bedeutung messen Anleger dem 12. November bei. An diesem Tag wird ACS sowohl seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen als auch einen Capital Markets Day abhalten. Für das Gesamtjahr 2026 stellt der Markt einen ordentlichen Nettogewinn zwischen 1.110 und 1.155 Millionen Euro in Aussicht. Dies würde einem Zuwachs von bis zu 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprechen.
Neben dem digitalen Sektor bleibt auch das klassische Infrastrukturgeschäft aktiv: Die Tochter CPB Contractors erhielt am Mittwoch den Zuschlag für den Bau einer Schule in Australien für rund 100 Millionen Euro, dessen Baustart für Oktober geplant ist.
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