Donnerstag, 18. Juni, ist für Accenture ein Termin mit Sprengkraft. Das Unternehmen legt seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor — und der Markt hat seine Erwartungen bereits deutlich nach unten korrigiert.
Morgan Stanley dreht den Daumen
Den Auftakt machte Morgan Stanley am Montag. Die Bank stufte Accenture von „Overweight“ auf „Equal Weight“ herab und senkte das Kursziel von 240 auf 177 Euro. Analyst James Faucette begründete das mit einem „Crowding-out“-Effekt: Generative-AI-Projekte fressen zunehmend die Budgets auf, die früher in klassische IT-Beratung und Managed Services flossen.
Eine aktuelle CIO-Umfrage stützt diese These. IT-Service-Budgets sollen 2026 nur um zwei Prozent wachsen — während das gesamte IT-Budget um 3,7 Prozent zulegt. Die Lücke ist klein, aber sie zeigt eine klare Richtung. Jefferies senkte sein Kursziel ebenfalls auf 185 Euro und behält die Einstufung „Hold“.
Die Aktie reagierte entsprechend. Sie schloss Montag bei 143,45 Euro — rund 47 Prozent unter ihrem Zwölf-Monats-Hoch von 272,05 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Kurs mehr als ein Drittel verloren.
Was der Markt am Donnerstag erwartet
Der Konsens rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 3,71 Euro — ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz soll auf rund 18,76 Milliarden Euro steigen, nach 17,73 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Drei Kennzahlen stehen dabei besonders im Blick:
- Bookings: Nach Rekord-Buchungen von 22,1 Milliarden Euro in Q2 suchen Anleger nach nachhaltigem Schwung bei „Advanced AI“-Verträgen.
- Operative Margen: In Q2 fielen sie auf 10,1 Prozent, nach 12,4 Prozent im Vorjahr. Effizienz ist das Reizwort.
- Regionale Entwicklung: Starkes Wachstum in Amerika — Schätzungen zufolge plus elf Prozent — soll einen Einbruch von 18 Prozent im Asien-Pazifik-Raum abfedern.
Wette auf die Creator Economy
Parallel zum Kerngeschäft setzt Accenture Song auf ein neues Feld. Die Übernahme von Whalar, einer Agentur im Creator-Economy-Segment, ist abgeschlossen. Der Deal soll rund 500 Millionen Euro wert sein. Whalar hat Kampagnen mit einem Volumen von über 600 Millionen Euro in mehr als 40 Ländern betreut.
Der Hintergrund: US-Werbeausgaben in der Creator Economy sollen bis Ende 2026 auf 43,9 Milliarden Dollar klettern. Accenture positioniert sich früh — aber ob das kurzfristig die schwächelnden IT-Beratungsmargen kompensiert, ist offen.
Das eigentliche Kernproblem bleibt die Geschwindigkeit. Accenture hat seine „Advanced AI Bookings“ im ersten Halbjahr auf 2,2 Milliarden Euro verdoppelt. Ob diese Buchungen schnell genug in echte Umsätze umgewandelt werden, um das schrumpfende Legacy-Geschäft zu ersetzen — das beantwortet Donnerstag der Quartalsbericht.
Accenture-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Accenture-Analyse vom 16. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Accenture-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Accenture-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
