Der IT-Beratungskonzern Accenture verstärkt seine anorganische Expansion zum Start in das neue Geschäftsjahr. Am heutigen Montag schloss das Unternehmen die Übernahme des dänischen Softwarespezialisten Mjølner Informatics ab, nachdem die behördlichen Genehmigungen erteilt wurden.
Rund 400 Fachkräfte wechseln damit unter das Konzerndach, um die Kapazitäten im Bereich Software- und Digital-Engineering für die Industrie- und Energiesparte auszubauen. Die Transaktion markiert den Auftakt zu einer breit angelegten Akquisitionsoffensive: Für das laufende Geschäftsjahr 2027 plant das Management Zukäufe im Gesamtvolumen von 8 Milliarden US-Dollar.
Ausgabenbudget verlagert sich auf Übernahmen
Die geplanten 8 Milliarden US-Dollar umfassen auch rund 3 Milliarden US-Dollar für zuvor verschobene Zukäufe im Segment Cybersicherheit. Die verbleibenden 5 Milliarden US-Dollar fließen in weitere strategische Zukäufe, insbesondere in den Segmenten Datenverarbeitung, künstliche Intelligenz und Rechenzentren.
Durch diese Transaktionen soll das anorganische Wachstum spürbar gestützt werden: Nach Unternehmensangaben sollen Übernahmen im Geschäftsjahr 2027 etwa 2 bis 2,5 Prozentpunkte zum angestrebten währungsbereinigten Umsatzwachstum von 3 bis 6 Prozent beisteuern.
Parallel dazu passt das Unternehmen seine Kapitalallokation an. Im Geschäftsjahr 2027 sollen mindestens 9,5 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückfließen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 hatte diese Summe noch 11,5 Milliarden US-Dollar betragen, aufgeteilt auf 7,5 Milliarden US-Dollar an Rückkäufen und 4 Milliarden US-Dollar an Ausschüttungen.
Zugleich steigt die reguläre Quartalsdividende um 5 Prozent von 1,63 auf 1,71 US-Dollar je Aktie. Der Ex-Dividendentag ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt, die Auszahlung erfolgt am 13. November 2026.
Solider Jahresabschluss trifft auf anhaltenden Preiswettbewerb
Hintergrund der Investitionsstrategie ist die Vorlage der Bilanz für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026. In den drei Monaten bis Ende August erzielte der Konzern einen Umsatz von 18,68 Milliarden US-Dollar, was währungsbereinigt einem Zuwachs von 7 Prozent entspricht.
Die Neuaufträge summierten sich auf 22,2 Milliarden US-Dollar, wobei das Outsourcing-Segment Managed Services mit 12,8 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchstwert erreichte. Über das gesamte Geschäftsjahr 2026 hinweg stieg der Gesamtumsatz auf 74,2 Milliarden US-Dollar bei Buchungen von 84,5 Milliarden US-Dollar.
Trotz des robusten Neugeschäfts wies das Management auf Gegenwind hin. In mehreren Geschäftsbereichen habe sich der Preisdruck verstärkt, während Kunden ihre Ermessensausgaben weiterhin nur zögerlich freigeben. Zudem lastet das schwächere Geschäft im Nahen Osten, das auf ein annualisiertes Volumen von rund einer Milliarde US-Dollar kommt, auf der Dynamik und soll auch im Geschäftsjahr 2027 spürbar bleiben.
Im Frankfurter Handel notiert die Accenture-Aktie heute bei 178,00 Euro und verzeichnet damit ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursrückgang bei dem Titel dennoch auf 23 Prozent.
Die Umsetzung der angekündigten Akquisitionen und die Integration der neuen Einheiten dürften in den kommenden Quartalen maßgeblich darüber entscheiden, ob das Management die anvisierte operative Margenspanne von 15,9 bis 16,1 Prozent wie geplant erreichen kann.
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