OpenAI greift nach dem Markt für Unternehmenssoftware. Die neue Tochter „OpenAI Deployment Company“ startet mit über vier Milliarden Dollar Kapital, gestützt von 19 Investoren wie TPG, Advent und Brookfield. Ziel ist es, KI direkt in Firmenprozesse zu integrieren. Für etablierte IT-Dienstleister wie Accenture wird die Luft dünner.
Die Aktie von Accenture notiert derzeit bei 145,25 Euro – nur knapp über dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat der Kurs mehr als ein Drittel verloren. Die Ankündigung von OpenAIs Vorstoß ließ die Papiere Mitte Mai um rund drei Prozent fallen.
Wie OpenAI die Spielregeln ändert
OpenAI übernimmt mit Tomoro eine Firma mit rund 150 Ingenieuren. Das neue Modell setzt auf „Forward Deployed Engineers“ – Spezialisten, die direkt bei Kunden vor Ort arbeiten. Bislang war das die Domäne von Accenture und anderen Dienstleistern. Jetzt steigt der KI-Entwickler selbst ins Implementierungsgeschäft ein.
Accenture beschäftigt weltweit über 700.000 Mitarbeiter, davon 85.000 KI-Experten. 30.000 sind in Anthropics Claude-Modellen zertifiziert. Analysten betonen: Accenture bleibt bevorzugter Implementierungspartner vieler OpenAI-Großkunden. Die Frage ist, ob das reicht.
Finanzen und Ausblick
Im zweiten Quartal steigerte Accenture den Umsatz um 7,8 Prozent auf 18,04 Milliarden Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 12,4 – ein günstiger Wert. Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Moderate Buy“, die durchschnittlichen Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau.
Der nächste Test folgt im Juni mit den Quartalszahlen. Bis dahin bleibt die Aktie volatil. Anleger achten auf Signale, wie Accenture auf das neue OpenAI-Modell reagiert – und ob der Konzern seine Margen halten kann.
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