Accenture macht Deals. Viele Deals. Und dieser hier klingt nach dem üblichen Großauftrag mit viel Pressemitteilung und wenig konkreten Zahlen: Zusammen mit HUMAIN, einem Unternehmen des saudischen Staatsfonds PIF, will Accenture künftig KI im Königreich Saudi-Arabien in die Breite bringen. Nicht mehr nur Pilotprojekte, so die Botschaft, sondern echte, produktionsreife Systeme.
Was steckt dahinter?
HUMAIN bringt die Infrastruktur mit, also Rechenzentren, Cloud-Plattformen, eigene KI-Modelle inklusive arabischsprachiger Large Language Models. Accenture steuert das bei, was das Unternehmen seit Jahren als sein Kerngeschäft vermarktet: Design, Aufbau und Betrieb von KI-getriebenen Transformationsprojekten. Fünf Felder sollen gemeinsam bearbeitet werden, von der Neugestaltung von Geschäftsprozessen über den Aufbau skalierbarer KI-Plattformen bis hin zu Cybersicherheit und Compliance nach saudischen Standards.
Omar Boulos, CEO von Accenture Middle East and Africa, formulierte es so: „KI steht im Mittelpunkt der Neuerfindung von Organisationen und Volkswirtschaften gleichermaßen.“ Tareq Amin, CEO von HUMAIN, sprach davon, dass Führung im KI-Bereich durch die Fähigkeit definiert werde, den gesamten Stack zu operationalisieren. Klingt gut. Klingt nach jedem anderen KI-Pressetermin der letzten zwei Jahre auch.
Viel Ambition, wenig Zahlen
Was fehlt, sind Volumina, Vertragslaufzeiten, irgendein Anhaltspunkt, wie groß dieser Deal tatsächlich ist. Accenture beschäftigt rund 786.000 Mitarbeiter weltweit und schließt laufend Kooperationen dieser Art ab. Saudi-Arabien ist ein wachsender Markt, das stimmt, und der Staatsfonds PIF hat die Mittel, solche Ambitionen auch zu finanzieren. Aber eine Zusammenarbeit ohne Zahlen ist halt zunächst eine Absichtserklärung.
Die Aktie und die unbequeme Zahl
Denn wer die Accenture-Aktie gerade im Depot hat, schaut auf ein YTD-Minus von rund 30 Prozent. Deals mit saudischen KI-Unternehmen ändern daran erstmal nichts. Was die Aktie braucht, ist kein weiterer Kooperationsvertrag, sondern Quartalszahlen, die zeigen, dass aus all diesen KI-Partnerschaften auch wirklich Umsatz wird. Die nächste Gelegenheit dafür kommt am 20. August.
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