Die KI-Geschichte bei Accenture klingt gut. Mehr als 1.400 fortgeschrittene KI-Kunden, rund 100 neue im letzten Quartal allein. Und was noch wichtiger ist: Immer mehr dieser Kunden verlassen die Pilotphase und gehen in den Produktivbetrieb über. Das ist kein Marketingsprech, das ist echtes Geld, das fließt. Wer KI-Systeme tief in seine Workflows einbaut, wechselt den Dienstleister so schnell nicht.
Dazu kommt ein interessanter Nebeneffekt: Mindestens jedes zweite KI-Projekt zieht laut Management ein Datenprojekt nach sich. Accenture verkauft also nicht nur KI-Implementierung, sondern das gesamte Drumherum, Cloud, Daten, Sicherheit. Das nennt sich Skalierung.
Rekord auf dem Papier, Bremse in der Realität
Und doch stimmt etwas nicht. Accenture meldete Rekord-Bookings von 22,1 Milliarden Dollar, 41 Kunden buchten im Quartal jeweils mehr als 100 Millionen Dollar. Klingt beeindruckend. Ist es auch. Nur wuchs diese Kennzahl in Lokalwährung gerade mal um 1 Prozent. Das ist der Haken. Wenn der wichtigste Vorlaufindikator des Unternehmens an Schwung verliert, ist es schwer, eine Wachstumsbeschleunigung zu verargumentieren.
Beim Thema Preise ist die Lage ähnlich durchwachsen. Ja, in manchen Bereichen hat sich die Preissetzungsmacht verbessert. Insgesamt aber bleibt das Umfeld laut Management hochkompetitiv. Besser als befürchtet, aber kein echtes Argument für die Bullen.
5 Milliarden für Zukäufe, und die werden teurer
Accenture will nun bis zu 5 Milliarden Dollar für Akquisitionen einsetzen, zuvor waren es rund 3 Milliarden. Das klingt nach Offensive. Ist es wohl auch. Aber KI-Talente und starke Produktportfolios sind gerade heiß begehrt, die Bewertungen steigen. Wer mehr bezahlt und dafür nicht proportional mehr bekommt, dessen Renditeprofil leidet. Und dann hängt der Erfolg der gesamten M&A-Strategie davon ab, wie gut die Integration läuft und wie schnell aus Zukäufen echte Umsätze werden.
Accenture Plc Aktie Chart
Günstig, aber nicht günstig genug
Bewertungstechnisch notiert die Accenture-Aktie aktuell bei rund 13,2x des vorwärtsgerichteten Kurs-Gewinn-Verhältnis, während der S&P 500 bei etwa 20,3x steht. Das relative Verhältnis von rund 0,65x liegt nahe dem historischen Tief. Günstig, keine Frage. Nur braucht eine Neubewertung nach oben Wachstum, und der Konsens zeigt bisher nur niedrige bis mittlere einstellige Umsatzzuwächse für die kommenden Quartale. Wer auf eine schnelle Schließung des Bewertungsabschlags setzt, wartet womöglich länger als gedacht.
Rekord-Bookings in absoluten Zahlen, eine glaubwürdige KI-Story, starke Kundenbindung. Das alles ist da. Aber 1% Buchungswachstum ist halt 1% Buchungswachstum.
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