Accenture: 2 Milliarden Dollar für Aktienrückkauf

Accenture überzeugt mit Quartalszahlen, Aktienrückkauf und KI-Kooperation. Die Aktie legt deutlich zu, bleibt aber unter dem Jahreshoch.

Auf einen Blick:
  • Kursanstieg von über sieben Prozent
  • Neues Milliarden-Rückkaufprogramm angekündigt
  • KI-Partnerschaft mit Radisson Hotel Group
  • Institutionelle Investoren stocken Anteile auf

An der Börse zeigt die Aktie von Accenture heute eine deutliche Aufwärtstendenz und notiert mit einem Plus von 7,16 Prozent bei 145,95 Euro. Das Unternehmen profitiert von einer Kombination aus starken Quartalszahlen, einer Aufstockung der Kapitalrückführungen an die Aktionäre sowie neuen strategischen Partnerschaften im Bereich der künstlichen Intelligenz. Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert das Papier mit einem Abstand von rund 41,84 Prozent weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Mitte Januar bei 250,95 Euro markiert wurde.

Aktienrückkauf und Dividende stützen den Kurs

Der IT-Beratungskonzern hat gestern ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von zwei Milliarden US-Dollar autorisiert. Diese Entscheidung folgte auf die Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal, in denen Accenture die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. Das Unternehmen meldete einen Gewinn pro Aktie von 3,80 US-Dollar, während der Marktkonsens lediglich von 3,70 US-Dollar ausgegangen war. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent auf 18,72 Milliarden US-Dollar.

Zusätzlich zur Ausweitung der Rückkäufe kündigte das Management eine vierteljährliche Dividende in Höhe von 1,63 US-Dollar an. Diese Maßnahmen werden von Marktbeobachtern als Signal der Zuversicht in die eigene Cashflow-Generierung gewertet. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Accenture nun einen Gewinn pro Aktie zwischen 13,78 und 13,90 US-Dollar. Um das zukünftige Wachstum zu sichern, plant das Unternehmen zudem Investitionen in Höhe von rund neun Milliarden US-Dollar für Akquisitionen.

Strategische Offensive bei KI-Anwendungen

Heute gab die Radisson Hotel Group eine Zusammenarbeit mit Accenture bekannt, um die Reiseplanung über eine neue Anwendung innerhalb von ChatGPT zu transformieren. Diese App ermöglicht es Reisenden, über 1.000 Hotels in mehr als 100 Ländern mittels natürlicher Konversation zu finden. Das Projekt ist Teil einer umfassenderen Strategie für den sogenannten „Agentic Commerce“, bei dem KI-Agenten eigenständig komplexe Aufgaben für Nutzer übernehmen. Laut Erhebungen von Accenture sind bereits 87 Prozent der Reisenden offen für die Nutzung solcher digitalen Assistenten.

Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Expansion im öffentlichen Sektor und in der Cloud-Infrastruktur voran. Erst kürzlich wurden neue KI-Angebote in Kooperation mit Google Cloud sowie ein Auftrag der NATO gemeldet. Auch in Europa verzeichnet der Konzern Erfolge: Scottish Water hat Accenture für ein Dienstleistungspaket im Bereich Anwendungsmanagement ausgewählt, das über eine Laufzeit von vier Jahren mit rund 100 Millionen Pfund bewertet wird.

Institutionelle Investoren nutzen niedriges Bewertungsniveau

Das verringerte Kursniveau der vergangenen Monate hat das Interesse großer Vermögensverwalter geweckt. Lazard Asset Management erhöhte seine Position an Accenture im ersten Quartal um 26,9 Prozent auf einen Gesamtwert von etwa 286,3 Millionen US-Dollar. Insgesamt befinden sich mittlerweile rund 75,14 Prozent der Anteile in der Hand institutioneller Anleger.

Analysten bewerten die Aktie derzeit im Konsens mit „Hold“, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 192,96 US-Dollar liegt. Während einige Experten vor einer Verlangsamung der IT-Ausgaben warnen, verweisen andere auf die im historischen Vergleich attraktive Bewertung. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt deutlich unter dem Fünf-Jahres-Median, was laut Einschätzung von Marktexperten auf eine fundamentale Unterbewertung hindeuten könnte. Die Aktie handelt derzeit rund 9,43 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 133,37 Euro.

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