Abivax hat seine Kapitalspritze unter Dach und Fach. Die klinische Biotechnologie-Firma aus Paris schloss am 6. Juli ihre öffentliche Platzierung von American Depositary Shares (ADS) ab – und nahm dabei brutto rund 920 Millionen Dollar ein. Der gesamte Emissionserlös inklusive der vollständig ausgeübten Mehrzuteilungsoption fließt nun in die weitere Entwicklung des Unternehmens.
Konkret stehen netto etwa 874,1 Millionen Dollar zur Verfügung. Das Geld ist zweckgebunden: für die potenzielle Markteinführung des Leitkandidaten Obefazimod in den USA, für laufende klinische Studien und für allgemeine Unternehmensausgaben. Die Finanzspritze soll die operative Reichweite von Abivax mindestens bis ins vierte Quartal 2029 verlängern.
Die Aktie notiert derzeit bei 121,80 Euro – ein Plus von 0,41 Prozent zum Vortag. Innerhalb der vergangenen 30 Tage legte der Wert um 38,1 Prozent zu, liegt aber rund 12,4 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 139,10 Euro vom 3. Juli. Die Handelsspanne der vergangenen zwölf Monate ist extrem: Sie reicht von 6,93 Euro bis zum aktuellen Höchststand.
Durchbruch in Sicht?
Abivax fokussiert sich auf chronisch-entzündliche Erkrankungen. Der zentrale Hoffnungsträger Obefazimod durchläuft derzeit Phase-3-Studien bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa. Die jüngsten Topline-Ergebnisse der ABTECT-Erhaltungstherapie zeigen klinische Remissionsraten von 50,8 Prozent (25 mg) und 51,3 Prozent (50 mg) nach 44 Wochen – gegenüber lediglich 10,4 Prozent unter Placebo. Alle wichtigen sekundären Endpunkte wurden erreicht.
Das Unternehmen plant, noch im vierten Quartal 2026 einen Zulassungsantrag (NDA) bei der US-Gesundheitsbehörde FDA einzureichen – unter der Voraussetzung positiver Daten. Parallel dazu erwartet Abivax für Mitte 2027 Topline-Ergebnisse aus der Phase-2b-Induktionsstudie bei Morbus Crohn.
Mit der abgeschlossenen Kapitalerhöhung hat Abivax nun finanzielle Sicherheit für die entscheidenden nächsten Schritte. Der milliardenschwere Cash-Polster erlaubt es dem Unternehmen, die klinische Pipeline voranzutreiben und gleichzeitig die Vorbereitungen für einen möglichen Markteintritt von Obefazimod zu treffen. Der Ausgang der Zulassungsverfahren wird zeigen, ob sich die Investition auszahlt.
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