Bank of America und Goldman Sachs haben ihre Beteiligungen an Abivax reduziert. Beide unterschritten am 9. Oktober die Meldeschwelle von 5 Prozent beim Kapital. Die gestern veröffentlichten Meldungen an die französische Finanzaufsicht AMF betreffen damit Veränderungen im Aktionärskreis. Sie sind keine neuen Analystenurteile über Abivax oder dessen Wirkstoff Obefazimod.
Unterschiedliche Wege unter die Meldeschwelle
Bank of America hielt nach der Schwellenunterschreitung über kontrollierte Gesellschaften indirekt noch 4,92 Prozent des Kapitals und 4,85 Prozent der Stimmrechte. Als Gründe nennt die Meldung Aktienverkäufe am Markt sowie einen Rückgang der durch Gleichstellung zugerechneten Aktien.
Damit geht die Veränderung bei Bank of America nicht ausschließlich auf Verkäufe zurück. Auch die veränderte Zurechnung von Aktien spielte eine Rolle. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Die gemeldete Beteiligungsentwicklung und der Umfang tatsächlicher Marktverkäufe sind nicht gleichzusetzen.
Goldman Sachs hielt nach der Transaktion indirekt noch 4,86 Prozent des Kapitals und 4,79 Prozent der Stimmrechte. Hier war ein außerbörslicher Aktienverkauf der angegebene Grund für das Unterschreiten der Kapitalschwelle.
Beide Häuser bleiben somit an Abivax beteiligt. Die Meldungen beschreiben einen Rückgang ihrer Positionen, keinen vollständigen Ausstieg. Zugleich unterscheiden sich die Transaktionswege: Während Bank of America unter anderem am Markt verkaufte, erfolgte der genannte Verkauf von Goldman Sachs außerhalb der Börse.
Beteiligungsabbau ist kein Urteil über Obefazimod
Die Schwellenmeldungen dokumentieren Eigentumsveränderungen. Eine Begründung anhand klinischer Ergebnisse oder der Geschäftsentwicklung von Abivax nennen sie nicht. Entsprechend lassen sich die Verkäufe nicht ohne Weiteres als negative Einschätzung des Entwicklungsprogramms deuten. Ebenso wenig enthalten sie eine neue Prognose zur weiteren Entwicklung des Unternehmens.
Abivax entwickelt Obefazimod gegen mittelschwere bis schwere aktive Colitis ulcerosa. Diese operative Perspektive ist von den gemeldeten Beteiligungsänderungen zu trennen: Die Verkäufe liefern für sich genommen keine neue Aussage über Wirksamkeit oder Zulassungschancen des Wirkstoffs.
An der Börse stand den veröffentlichten Beteiligungsrückgängen gestern ein Tagesplus von 4,4% gegenüber. Daraus lässt sich allerdings keine eindeutige Reaktion auf die Meldungen ableiten: Die zugrunde liegenden Transaktionen fanden bereits vor ihrer Veröffentlichung statt.
Für Anleger liegt der Nachrichtenwert deshalb vor allem in der veränderten Aktionärsstruktur. Beide Großbanken haben ihre Positionen reduziert, halten aber weiterhin Beteiligungen. Eine darüber hinausgehende operative Neubewertung von Abivax begründen diese Meldungen nicht.
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