Die Aktie des US-Pharmakonzerns AbbVie bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau und notiert nahe ihren Höchstständen. Am Dienstag schloss das Papier im europäischen Handel bei 236,90 Euro. Damit trennt den Titel lediglich ein Abstand von 0,8 Prozent von seinem erst tags zuvor markierten 52-Wochen-Hoch bei 238,70 Euro. Rückenwind erhält der Wert nun auch vonseiten der Analysten.
Analystenlob nach Pipeline-Fortschritten
Die kanadische Bank Scotiabank reagierte am Dienstag auf die jüngsten Entwicklungen und passte ihre Bewertung an. Das Analysehaus hob sein Kursziel für den Pharmatitel von zuvor 280 $ auf 320 $ an. Die Einstufung beließen die Analysten zugleich unverändert auf „Outperform“.
Der Schritt folgt auf die Veröffentlichung klinischer Studienergebnisse zu Wochenbeginn. Am Montag hatten AbbVie und das Partnerunternehmen Genmab überzeugende Daten aus der Phase-3-Studie EPCORE DLBCL-2 vorgelegt.
Die Kombination aus dem Antikörper Epcoritamab und dem Therapieregime R-CHOP verringerte bei neu diagnostizierten Patienten mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder des Todes um 51 Prozent gegenüber R-CHOP allein. Der Behandlungsansatz verbleibt weiterhin im klinischen Prüfstadium.
Sonderbelastungen fließen in Prognose ein
Parallel zu den Studiendaten gab das Management am Montag aktualisierte Kennzahlen für den Gewinnausblick bekannt. In einer Pflichtmitteilung passte AbbVie die Zielspanne für das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie im dritten Quartal 2026 auf 3,73 bis 3,77 $ an. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einer Spanne von 13,76 bis 13,96 $ je Aktie.
Ursächlich für die Neuberechnung ist eine vorsteuerliche Belastung von geschätzten 216 Millionen $, die im dritten Quartal für erworbene Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie Meilensteinzahlungen anfällt. Die Quartalsergebnisse sind laut Unternehmensangaben noch nicht abgeschlossen.
Regulatorische Schritte und Ausblick auf Quartalszahlen
Neben den Fortschritten in der Onkologie gab es zuletzt auch Neuigkeiten aus dem Bereich der US-Gesundheitspolitik. Wie Reuters berichtete, hat sich das Unternehmen am 2. Oktober einem Pilotprogramm der US-Regierung zum sogenannten 340B-Rabattmodell angeschlossen. Das Vorhaben soll am 1. Januar 2027 anlaufen und umfasst die drei Präparate Imbruvica, Linzess und Vraylar.
Einen detaillierten Einblick in den Geschäftsverlauf erhalten Marktteilnehmer in wenigen Wochen: Das Unternehmen hat angekündigt, die vollständigen Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 30. Oktober vor Handelsbeginn der US-Börsen vorzulegen.
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