Wien wird für AbbVie diese Woche zur Bühne für einen Datenmarathon. Beim EADV-Kongress präsentiert der Pharmakonzern 60 Abstracts und Studien aus seinem Hautkrankheiten-Portfolio – darunter drei Late-Breaking-Präsentationen. Das Timing kommt nicht von ungefähr: Die Zulassungen für RINVOQ und SKYRIZI wachsen seit Jahren stetig, und neue Daten sollen die Position gegen die Konkurrenz weiter festigen.
Breite statt Tiefe
Auffällig ist die Bandbreite der gezeigten Indikationen. Von Alopecia areata über atopische Dermatitis, Hidradenitis suppurativa und nicht-segmentale Vitiligo bis zu Psoriasis und Psoriasis-Arthritis deckt AbbVie praktisch das gesamte Spektrum immunvermittelter Hauterkrankungen ab.
Für Rinvoq gibt es unter anderem 52-Wochen-Daten aus den Phase-3-Studien zu Alopecia areata, während bei Vitiligo Ergebnisse aus den Viti-Up-1- und Viti-Up-2-Studien bis Woche 76 vorgestellt werden.
Parallel rücken zwei Kandidaten aus der Pipeline in den Fokus, die noch keine Zulassung besitzen: Lutikizumab, ein Antikörper gegen Interleukin 1α/1β, und Zumilokibart, ein IL-13-Antikörper mit einer Halbwertszeit von rund 77 Tagen.
Für Lutikizumab gibt es eine Late-Breaking-Präsentation zur Wirkung bei Hidradenitis suppurativa, für Zumilokibart Primärergebnisse der Phase-2-APEX-Studie bei mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis. Beide Substanzen sind experimentell – Sicherheit und Wirksamkeit gelten formal noch als nicht belegt.
KI als zweite Schiene
Kurz vor dem Kongressauftakt hatte AbbVie zudem eine Partnerschaft mit dem Life-Sciences-KI-Unternehmen Valkai bekanntgegeben. Ziel ist es, klinische Forschung durch maßgeschneiderte KI-Anwendungen zu beschleunigen und Entwicklungszeiten zu verkürzen. Die Kooperation reiht sich in eine länger laufende Strategie ein, in der AbbVie KI zunehmend über die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung bis Marktzugang einsetzt.
Für Anleger zählt am Ende weniger die schiere Zahl der Studien als die Frage, wie viele der gezeigten Wirkstoffe den Sprung von der Pipeline zur Zulassung schaffen. Bis Freitag laufen die Präsentationen in Wien weiter – mit den Late-Breaking-Daten zu Lutikizumab und Zumilokibart als den am stärksten beobachteten Programmpunkten.
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