Die AbbVie-Aktie steht im Spannungsfeld zwischen klinischen Rückschlägen und ehrgeizigen Zukunftsplänen. Nach gemischten Studiendaten für einen vielversprechenden Krebs-Wirkstoff hat das Pharmaunternehmen mit einer milliardenschweren Lizenzvereinbarung und einer politischen Investitionszusage für Stabilität gesorgt. Wie bewerten Analysten diese Mischung aus Risiko und Chance?
Analysten bleiben vorsichtig optimistisch
Die aktuelle Marktstimmung zu AbbVie ist gespalten, wie eine frische Konsensmeinung von 23 Analysten zeigt. Diese stufen die Aktie im Schnitt als „Moderate Buy“ ein und sehen ein Kursziel von 248,11 US-Dollar. Die Investmentbank Bernstein positionierte sich diese Woche jedoch deutlich zurückhaltender. Sie bestätigte lediglich ein „Market Perform“-Rating mit einem Kursziel von 225 Dollar und verwies auf anhaltende Wettbewerbsrisiken, die gegen Wachstumschancen abgewogen werden müssten.
Diese Zurückhaltung ist direkt auf klinische Daten zurückzuführen, die das Unternehmen vergangene Woche veröffentlichte. In einer Phase-3-Studie für den Lymphom-Wirkstoff Epcoritamab konnte zwar das primäre Ziel (progressionsfreies Überleben) erreicht werden, nicht jedoch eine statistisch signifikante Verbesserung der Gesamtüberlebensrate. Dieser gemischte Ausgang dämpft die Erwartungen an das Marktpotenzial des Medikaments.
Strategische Offensive als Gegenpol
Um solche Rückschläge abzufedern und die Pipeline zu stärken, setzt AbbVie auf aggressive Diversifizierung. Zentral dafür ist eine exklusive Lizenzvereinbarung mit dem Biotech-Unternehmen RemeGen für einen neuartigen Antikörper gegen solide Tumore. AbbVie zahlt dafür 650 Millionen Dollar vorab und könnte zusätzliche Meilensteinzahlungen von bis zu 4,95 Milliarden Dollar leisten. Diese massive Investition unterstreicht den Fokus des Konzerns auf das Wachstumsfeld Onkologie.
Ebenfalls für Planungssicherheit sorgt eine politische Vereinbarung: AbbVie sagte im Gegenzug für Zoll- und Preiserleichterungen Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Dollar in US-Produktion und Forschung über das nächste Jahrzehnt zu. Für Aktionäre bleibt zudem die attraktive Dividendenpolitik ein Anker. Das Unternehmen erhöhte jüngst die Quartalsdividende auf 1,73 Dollar je Aktie.
Blick auf die Quartalszahlen
Die nächste wichtige Wegmarke für Anleger sind die Zahlen für das vierte Quartal 2025. AbbVie hat hierfür eine Gewinnspanne pro Aktie zwischen 3,32 und 3,36 Dollar vorgegeben. Die Reaktion des Marktes auf diese Ergebnisse wird zeigen, ob die aktuelle Strategie ausreichend Vertrauen generiert, um über die post-Humira-Ära hinwegzutragen.
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