Abbott: Sammelklage in Chicago abgewiesen

US-Gericht weist Aktionärsklage zu Babynahrungsrückruf ab. Abbott hebt Gewinnprognose an und profitiert von MedTech-Wachstum.

Auf einen Blick:
  • Sammelklage wegen Betrugs abgewiesen
  • Gewinnprognose für 2026 angehoben
  • FreeStyle Libre und Kardiologie als Treiber
  • Großinvestor Lombard Odier erhöht Anteil

Abbott Laboratories befreit sich von einer schweren juristischen Last. Ein US-Bundesrichter in Chicago wies eine Sammelklage von Aktionären ab. Der Vorwurf des Wertpapierbetrugs im Zusammenhang mit dem Rückruf von Babynahrung ist damit vom Tisch.

Richter sieht keine Täuschung

Richter Steven Seeger entschied zugunsten des Medizintechnik-Konzerns. Die Kläger hatten Abbott vorgeworfen, Anleger über Sicherheitsmängel in einem Werk in Michigan getäuscht zu haben. Laut Urteil fehlten Beweise, dass Führungskräfte Investoren vorsätzlich über Qualitätskontrollen belogen haben.

Dieser Sieg räumt ein großes Hindernis für den Aktienkurs aus dem Weg. Parallel dazu laufen jedoch weiterhin separate Zivilklagen wegen möglicher Gesundheitsschäden bei Säuglingen. Der Markt reagiert dennoch erleichtert auf die aktuelle Entscheidung.

Fokus auf profitables Wachstum

Große Investoren nutzen die Phase zur Neupositionierung. Lombard Odier Asset Management Switzerland steigerte die Beteiligung an Abbott zuletzt um fast 20 Prozent. Das Vertrauen in das breite Portfolio aus Diagnostik und medizinischen Geräten scheint zuzunehmen.

Besonders die MedTech-Segmente rücken in den Mittelpunkt. Das Unternehmen treibt den Ausbau der Plattform FreeStyle Libre zur Glukosemessung voran. Hinzu kommen strategische Zukäufe im Bereich der Krebsdiagnostik.

Prognose angehoben

Das operative Geschäft zeigt sich robust. Abbott hob die bereinigte Gewinnprognose für das laufende Jahr auf eine Spanne zwischen 5,45 und 5,60 US-Dollar je Aktie an. Wachstumstreiber sind vor allem die Divisionen für Diabetes-Versorgung und Kardiologie.

Die Aktie notiert derzeit bei 90,42 Euro. Der Kurs hält sich damit stabil über dem 50-Tage-Durchschnitt von rund 80 Euro. Die nächsten detaillierten Einblicke in die Geschäftsentwicklung folgen mit dem Quartalsbericht im Oktober 2026.

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